Donnerstag, 2. Januar 2014

Kalenderblatt: "Mien Hart springt vör Vergneugen...“

Aus Liebe zur Insel und dem Platt
17. Januar 1969 verstarb Bernhard Trittelvitz.

Zum Glück wuchs der gebürtige Hinterpommer Bernhard Trittelvitz nicht in Wusterbarth bei Belgard auf, sondern in Rappin. So entfaltete sich seine Liebe zur Insel und zum vorpommerschen Platt. Sie ließ ihn nach dem Medizinstudium als Arzt nach Rügen zurückkehren und später in seinen schriftstellerischen Arbeiten (1943-1959) sich seiner rügenschen Heimat zuwenden. Der belgische Literaturhistoriker Dr. Luwel meinte:  "Es war Trittelvitzens Absicht, seine Landsleute auf eine unterhaltende, mitreißende und leicht verständliche Art zu belehren. Dazu besitzt er alle Qualitäten: als Arzt kennt er die Hinfälligkeit unseres irdischen Lebens - als guter Mensch mit einem langen Leben hinter sich ist er imstande, mit geduldigem Lächeln Fehler und Schwächen bei anderen und bei sich selbst zu sehen - als Niederdeutscher kann er mit aller Direktheit zu seinen Landsleuten sprechen, die trotz aller Voreingenommenheit von Schule, Laienhaftigkeit und "vornehmer Welt" noch an ihrer Muttersprache festhalten. Durch all das und über das aber strahlt eine starke Religiosität, ein festes Vertrauen in Gottes Wort und Martin Luthers Lehre, Basis für eine unverwüstbare Lebensführung."
Unvergessen ist dabei sicher „Mien leev Rügen - Gedichte und Kurzgeschichten“ – das man mit etwas Glück noch in Antiquariaten findet. Aber gedacht werden soll seines 45. Todestages am 17. Januar 2014 mit einem seiner Gedichte:

"Mien Hart springt vör Vergneugen
un kann nich trurig sien.
Dat singt un will sich freugen,
dat süht blots Sünnenschien.
Die Sünn an unsen Häven,
all Licht un Lust vergeiht,
Herr Jesus Christ is bläven
un blifft in Ewigkeit."