Donnerstag, 9. August 2012

Die Preußen kommen!

 
Der große Kurfürst vor seinem Wiederaufstieg

Vollständige Rückkehr der Preußensäulen nach Neukamp und Groß Stresow naht
Neukamp. Zugegeben, gute Nachrichten waren in Bezug auf die Preußensäulen, die einst an die siegreichen Seeschlachten preußischer Monarchen vor der Insel Rügen erinnern sollten, in den vergangenen zwei Jahrzehnten Mangelware.
Wahr ist: Der Große Kurfürst hatte schon bessere Zeiten „erlebt“. Majestätisch wachte die übergroße Sandsteinfigur, die mit ihrer rechten Hand  einen Degen erhob und mit der Linken einen Marschallstab umschloss, einst über dem Land. Immer bereit, stand der Preuße bei Wind und Wetter, um gegebenenfalls von seinem Kapitell in Neukamp, welches eine riesige Granitsäule krönte, zu springen, um nochmals die Insel zu befreien...
Nach 1991, dem Jahr des Abbaus der Preußensäulen in Neukamp und Groß Stresow (wegen Einsturzgefahr), waren allerdings nur noch einzelne Stücke von der ursprünglichen Herrlichkeit geblieben. Vorbei war es mit Glanz und Gloria! Und so schaute der Große Kurfürst lange Zeit in der Putbusser Alleestraße, umringt von den Einzelteilen seiner Säule, auf die Nachkommen seiner Untertanen (PZ berichtete). Und: Die finanzielle Situation des alten Landkreises Rügen, ließ auch bei vielen Rüganern die Hoffnung auf eine Wiederaufstellung der Standbilder zunehmend schwinden.
Umso erstaunlicher war es nun, dass Anfang der letzten Woche die Inthronisierung des Großen Kurfürsten noch für dieses Jahr angekündigt wurde. Fakt ist, dass die Säulentrommeln samt Kapitell (s. auch Foto) dafür vorbereitet wurden. Auch die Aussagen des für Rügen zuständigen Denkmalpflegers, Dr. Markus Sommer-Scheffler, dass die Aufstellung des  Standbildes noch in diesem Jahr erfolgen kann und die Mittel dafür bereit stehen, sprechen dafür. Doch trotz der guten Nachricht ist der Blick auf die Preußensäulen nicht ungetrübt.
Carlo Wloch, der Berliner Steinmetzmeister, der zunächst den Auftrag für die Wiederaufstellung hatte, blickt - nachdem er ausgebootet wurde – durchaus kritisch auf die durchgeführten Arbeiten. Ein von ihm damals noch für 79.062,50 Mark gefertigtes Kapitell wurde für den Wiederaufbau nicht einmal verwendet. Sein Vorwurf: Verschwendung öffentlicher Mittel.
Fazit: Sicher wird der Umgang mit Steuergeldern zu recht kritisiert. Außerdem sollte nach der Begutachtung des großen Kurfürsten auch klar sein, dass für eine Inthronisierung der Monarch noch einer „Schönheits-Operation“ unterzogen werden muss. So lädiert und wehrlos (es fehlt der Säbel!) lässt sich schwerlich über das Land wachen. Schließlich sollte der Ausspruch auch eine Kampfansage sein: „Die Preußen kommen!“  
Dann darf man für 2014 die berechtigte Hoffnungen haben, dass auch die zweite Preußensäule ihre Wiederaufstellung in Groß Stresow erfährt.

Die Säule wartet auf den Monarchen...