Montag, 22. September 2014

Max Hofmeier (1854-1927)

Mensch, Arzt und Lehrer
Max Hofmeier: In Würzburg verehrt.

„Wer das Glück hatte, Hofmeier näher treten zu dürfen, wird diesen seltenen Mann,
gleich groß als Mensch und Arzt, als Lehrer und Gelehrter, nie vergessen.“

„Die Direktoren der Würzburger Universitäts-Frauenklinik. Ihr Leben und Wirken.“
  Dissertation der Universitäts-Frauenklinik um 1935-1940

Max Hofmeier wurde am 28. Januar 1854 als Sohn eines königlichen Superintendenten, Dr. Friedrich Hofmeier, in Zudar geboren. Seine Schulbildung erhielt er als Einzelkind zunächst durch einen Hauslehrer. Ab dem 11. Lebensjahr besuchte er die Untertertia am Greifswalder Gymnasium und erhielt im Herbst 1872 sein Reifezeugnis. Im Anschluss begann er sein Medizinstudium in der alten pommerschen Universitätsstadt. Mit dem zweiten Semester wechselte er nach Würzburg. 1874 bestand Hofmeier sein Physikum und wechselte erneut, diesmal nach Freiburg im Breisgau. Den Abschluss seines Studiums vollzog er dann wieder in Greifswald. Durch die hier gefertigte Dissertation „Experimentelle Beiträge zur Lehre von Kreislaufstörungen bei Warmblütern“ promovierte der Rüganer zum Dr. med. und legte sein Staatsexamen ab. Am 1.April 1877 begann er seine Arbeit in der geburtshilflichen Klinik. Allerdings wechselte Max Hofmeier bereits ein halbes Jahr später von Greifswald nach Berlin. Hier arbeitete er unter Karl Schroeder u.a. als Sekundärarzt und wurde mit der Leitung der gynäkologischen Poliklinik betraut. Als Schroeder 1887 erkrankte und starb, wurde Hofmeier provisorisch mit der Leitung der gesamten Klinik beauftragt. Nach einem Lehrauftrag für Geburtshilfe und Gynäkologie in Gießen wechselte er, nun bereits als Prof. Hofmeier, in das ihm vertraute Würzburg. Hier folgte der Rüganer Friedrich Wilhelm von Scanzoni nach. In der Zeit von 1900 bis 1923 wurde Max Hofmeier zweimal Dekan der medizinischen Fakultät und 1900 zum Rektor Julius-Maximilians-Universität gewählt. Seine Aktivität hatte zwei Schwerpunkte: Die Lehrtätigkeit und Forschung. Letztere galt der Entwicklungsgeschichte, der Anatomie und Pathologie der menschlichen Plazenta (Mutterkuchen), der Anatomie und Physiologie des schwangeren und kreißenden Uterus (Gebärmutter). Außerdem widmete sich Hofmeier intensiv der Vorbeugung und Behandlung des Kindbettfiebers, dem Stoffwechsel des Neugeborenen, sowie forensisch-geburtshilflichen Fragen. Auch legte der Rüganer großen Wert auf die Nachbeobachtung operierter Patientinnen. Heute sind mehr als 2.000 wissenschaftliche Arbeiten, u.a. elf Monographien und Bücher, bekannt. Dabei nimmt der „Grundriss der gynäkologischen Operation“ mit seiner umfangreichen Darstellung und reichen Bebilderung bis heute eine herausragende Stellung ein. Das Werk erschien sogar in russischer und französischer Übersetzung und hatte Mehrfachauflagen.
Nach seiner Emeritierung widmete er sich der Philosophie, Kunstgeschichte und Geschichte. Am 4. April 1927 starb er an den Folgen eines Schlaganfalles. Bereits zwei Jahre zuvor wurde dem großen Rüganer in Würzburg mit der „Hofmeierstraße“ ein bleibendes Andenken geschaffen.