Samstag, 4. April 2015

Barthold von Krakewitz (1582-1642)

Der Lutheraner 

Rügen. (SAS) Barthold von Krakewitz stammte aus einem der ältesten Rügenschen Rittergeschlechter. Er wurde am 17. Februar 1582 in Presenke, einem alten Familienbesitz, auf der Halbinsel Wittow geboren. Nachdem er die Gymnasien in Magdeburg, Lüneburg und Stettin besucht hatte, wandte er sich 1599 der Philosophie und Theologie zu. Heute geht man davon aus, dass er dadurch in Konflikt mit seiner Familie geriet. Dies würde auch seine zwischen 1602 und 1603 gehaltenen Reden erklären, die sich damit auseinander setzen, ob es sich für einen Adligen schicken würde, Theologie zu studieren. Belegt ist die Fortsetzung seiner Studien in Rostock, wo er auch seine spätere Frau Margarethe, die Tochter eines Kaufmanns, kennen lernte.
Mit seiner Gelehrsamkeit und Art stand er beim pommerschen Herzog Philipp Julius hoch in der Gunst. Nur so lässt sich erklären, dass dieser ihn nach dem Tode von Friedrich Runge (1604) zum pommerschen Generalsuperintendenten bestimmt, obwohl sich die Universität für Bartholomäus Battus ausgesprochen hatte. Auch das ihm nun zu Teil werdende Reisestipendium, welches ihm den Besuch von Wittenberg und anderer süddeutscher Universitäten ermöglicht, spricht für sich. Nach seiner Rückkehr promovierte er zum Doktor der Theologie und vereinigte – gegen den Willen des Rathes – seine Stellung mit dem Amt des Stadtsuperintendenten. Inhaltlich setze er sich vor allem mit dem Katholizismus auseinander, sowie die Lehre vom Abendmahl. – 1623 verändert er aus diesem Grunde sogar die Statuten der theologischen Universität. Sein Einsatz für die lutherische Kirche bringen ihn mit zahlreichen Fürstenhäusern in Verbindung, die sich auch dazu bekannt haben. Sein Stern sinkt jedoch mit dem Tode seines Beschützers Philipp Julius 1625. Der 30-jährige Krieg tut sein Übriges. Er verliert seine Frau und ist mit seinen Predigten gegen den Katholizismus ist er Strafen ausgesetzt. Ein kleiner Lichtblick ist die Begrüßung des Schwedenkönigs Gustav Adolf, doch sein Amt legt er 1637 – nach dem Tod des letzten pommerschen Herzogs Bogislaw XIV. – nieder und zieht sich mit seiner zweiten Frau, Regina Schwarz, auf sein Rügensches Gut Drigge zurück. Am 7. November 1642 stirbt er dort. Sein Leichnam wird – neben seiner ersten Frau – in der Nikolaikirche von Greifswald beigesetzt.

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