Mittwoch, 10. Juni 2015

Handwerk: Was man aus Ton schaffen kann...




Alles Gute lässt sich immer ein bisschen schlechter und billiger machen. Aber wo entsteht noch Gutes nach alten Traditionen? Wir wollen von unserer Suche berichten...

Kati Rohde beim Brennen

Rügen. (SAS) Sie führt uns diesmal nach Bergen. Hier, unweit der Marienkirche, befindet sich der Klosterhof und eine moderne Töpferei, aber nach alten handwerklichen Traditionen.. Da liegt es nahe, mal zu fragen, wie man denn heute zum Handwerk kommt. Die gebürtige Rüganerin Kati Rohde muss lächeln, fängt sich aber dann und meint, dass sie irgendwann festgestellt hat, dass es das noch nicht alles gewesen ist. So suchte sie nach ihrer Rückkehr auf die Insel nach etwas, was sie selbst befriedigt und glücklich macht. Gesagt, getan. Also ließ sich Kati Rohde als Keramikerin ausbilden und fand sich schnell in dem traditionellen Handwerk wieder. Der Ton und dessen Gestaltung hatten es ihr angetan. Beim Drehen der Töpferscheibe fand sie so ihre Berufung und Lebensfreude. Ähnlich erging es übrigens auch David Schulz, dem ruhigen und aufmerksamen Mann an ihrer Seite. Eigentlich ist er ja gelernter Fotograf, meinte er knapp, aber auch der Mann mit dem Blick fürs Detail, war nach seiner Rückkehr nach Rügen auf der Suche. Hier, im Klosterhof hat sich dann alles gefunden.
Gemeinsam betreiben die beiden nun eine Töpferei und machen ihre „Fischkopp“-Keramik zum  Gegenstand der kreativen Gestaltung. So wird der Ton an der Scheibe gedreht, per Hand aufgebaut und dann natürlich getrocknet. Zeit spielt dabei eine große Rolle, denn die Trocknung kann schon mal zwischen ein bis zwei Wochen dauern. Erst dann ist eine Weiterverarbeitung möglich. Und überhaupt, schließlich geht es darum dem Ton noch tüchtig Wasser zu entziehen und den Schrühbrand durchzuführen. Erst dann kann man seine Oberfläche gestalten und glasieren, um die Formen endgültig zu brennen. Das hört sich leichter an als es ist, denn bereits das Material und die Temperatur machen am Ende den Festig- keitsunterschied. So unterscheiden sich Steinzeug- oder Raku-Keramik. Für Gartenkeramik, die auch für den Außenbereich geeignet sein soll, ist dies nicht unerheblich.   

Die lustigen Rügen-Fische unterwegs...
Anregung und Inspiration in dem gestalterischen Prozess erfahren die Künstler dabei in ihrem Umfeld, von außen. Die Reflektion, die sich in der Schöpfung spiegelt, ist aber jedes Mal anders. Kein Wunder das keine Vase der zweiten Vase gleicht. Es sind Unikate! Und doch tragen sie eine ganz spezielle Handschrift, die wohl nur Töpfer auf den ersten Blick erkennen. Für alle anderen wird die Besonderheit der „Fischkopp“-Keramik am modernen Sortiment deutlich. Denn: die freundlichen Rügen-Fische, die zum Lächeln animieren, sind so nirgendwo auf der Insel erhältlich. Daneben finden sich Vasen, Schalen und Gefäße. Die Form? Zeitlos. Und auch mit dem Werkstoff Ton setzt man auf Nachhaltigkeit. Was sich die Beiden für die Zukunft wünschen? Vielleicht ein bisschen Zeit? Wieder huscht ein Lächeln über die Gesichter, dann aber kommt eine recht plausible Erklärung: „Wir wollen uns die Kreativität und Freude an der Arbeit erhalten.“

Mehr Informationen gibt es unter:
www.fischkopp-keramik.de

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