Dienstag, 9. Juni 2015

Warum nach Udars?

Abseits der Straße von Trent nach Schaprode, in der Niederung einer Wiek liegt der kleine unscheinbare Ort Udars. Wer sich hier her verirrt, fällt auf und erntet viele fragende Blicke...   

Historische Ansicht des Gutshauses in Udars

Rügen. (SAS) Was sollte man hier auch suchen? Einen unterirdischen Gang der zum Gutshaus ins benachbarte Streu führt? Sicher nicht. Und auch Geisterjäger, die der Gräfin Usedom nachstellen, wurden schon lange nicht mehr gesichtet. Stattdessen ist das Gutshaus seit dem Auszug der letzten Mieter immer wieder mal im Focus interessierter Besucher. Und zu tun gibt es noch reichlich an dem zweigeschossigen Bau. Längst hat der Putz den Backstein freigegeben und nur die Eckquaderungen sorgen für eine Ahnung vom einst stattlichen Ansehen. Immerhin: Die Fenster sind bereits erneuert worden und – auch wenn die Putzfaschen mit Ohren noch in einem leidigen Zustand sind – der Wille zum Erhalt ist wieder sichtbar.

Wieder im Aufwind...

Mittig unter dem dreiachsigen Frontispiz mit seinem Dreiecksgiebel erschließt eine breite dreistufige Freitreppe das Haus, dessen innere Aufteilung in seiner durchlaufenden Dreischiffigkeit – so sagen es die Experten - noch den niederdeutschen Erbteil erkennen ließ. Unser Blick fällt jedoch auf das Mansarden- dach, welches zu DDR-Zeiten mit Wellasbest eingedeckt wurde. Leider gibt es nur noch im rechten Teil das Dachgeschosses die ursprünglichen Gauben. Von ihnen muss ein guter Blick über den ursprünglichen Park möglich sein.
Blick zum Gutshaus von der Parkallee

Dieser war früher innerhalb eines Walls mit Graben angelegt worden. Heute geht man davon aus, dass dies um 1700 erfolgt sein muss. Der Bewuchs durch die Rosskastanien am Wall ist noch zum Teil nachvollziehbar. Jedoch von der Lindenallee, die einst vom Haus zum Wall nach Süden führte, ist derzeit  nur noch ein kläglicher Rest vorhanden...
Heute fällt es schwer sich noch einen gut funktionierenden Gutsbetrieb vorzustellen. Zu stark hat sich das Gut und der Ort durch Aufsiedlungen verändert. Den Flecken, der 1314 erstmals erwähnt wurde, nannten  im Laufe der letzten Jahrhunderte viele Besitzer ihr eigen. Viele mit wohl klingenden Namen: von Pentz, von Barnekow, von Croy, von Wolfrad, von Usedom oder von Schultz. Doch dauerhaft konnte keiner an ihm festhalten. Und diese  Entwicklung setzte sich übrigens auch nach dem politischen Umbruch 1989 in Bezug auf das Gutshaus fort. – Leider! Denn dem Haus wäre zu wünschen, dass es wieder im einstigen Glanz erstrahlt.

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