Dienstag, 16. Juni 2015

Wie Rügen zu Preußen kam

Vor 200 Jahren endete der Wiener Kongress, doch was für eine Wirkung entfaltete er auf die pommersche Insel Rügen? Dieser Frage wollen wir nachgehen.

Am grünen Tisch ausgehandelt: Rügen kommt zu Preußen...
Rügen. (SAS) Die Geschichte Rügens weist einen starken Bezug zu den Mächten Schweden, Dänemark und Preußen auf. Allerdings ist auch der Bezug zu Preußen / Brandenburg ein sehr alter, denn gemäß Erbvertrag wären Pommern und Rügen nach dem Tode des letzten pommerschen Herzogs Bogislaw des XIV. – dem Erlöschen des 1107 begründeten Greifengeschlechts - im Jahre 1637 an Preußen gefallen. Da aber seit 1631 die Schutzmacht Schweden im Land stand, kam es dazu vorerst nicht. Stattdessen orientierte sich unser Teil Pommerns sehr lange an Schweden, weshalb auch der Begriff „Schwedisch-Pommern“ entstand - was den Rüganern später zuweilen den Ruf als „Südschweden“ einbrachte.
Allerdings wurde diese Gegebenheit von den Preußen nie als entgültig betrachtet, wovon bis heute die militärischen Anlandungen und ihre Zeugnisse – die Preußensäulen in Groß Stresow und Neukamp - künden. Mit den Besetzungen Pommerns durch die französische Truppen Napoleons und der zweimaligen Rückgewinnung durch Schweden kam es zu ersten Anzeichen von Veränderungen. Innenpolitisch war der  Staatsstreich schwedischer Offiziere gegen den König Gustav IV. Adolf, in dessen Folge schließlich der französische Offizier Bernadotte zum schwedischen Kronprinzen gewählt wurde, von großer Bedeutung. Außenpolitisch hatte sich 1813 die Eroberung Norwegens durch einen Feldzug gegen Dänemark als richtungsweisend dargestellt, denn im Kieler Frieden (1814) wurde erstmals Schwedisch-Pommern zum möglichen Verhandlungsgegenstand – gedacht als Kompensation für Dänemark. Allerdings konnten die Dänen die auferlegten Kriegsentschädigungen an die Schweden nicht leisten. Dadurch bedingt kam es erst beim Wiener Kongress (1815) zu einer endgültigen Lösung. Diese - unter Mitwirkung des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus – getroffene Vereinbarung sah u.a. die preußische Abtretung des Herzogtums Lauenburg an Dänemark, sowie die Übernahme der dänischen Reparationszahlung durch Preußen vor. Dadurch konnte schließlich Schwedisch-Pommern als „Neuvorpommern und Rügen“ zu Preußen kommen. Pommern war endlich wiedervereinigt und der Erbvertrag zwischen Pommern und Brandenburg ging in seiner inhaltlichen Bestimmung doch noch in Erfüllung.      

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