Mittwoch, 8. Juli 2015

Parks & Gärten (3): Semper

 
Wer nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete Grünflächen auf der Insel sucht, findet sie vor allem an ehemaligen Guts- und Herrenhäusern der Insel. Wir stellen Sie Ihnen vor. 

Jasmund (SAS). Etwa um 1913 erwarb Dr. Walter von Brüning etwa 248 ha Land bei Lietzow von der Familie Lietz. In der Folge wurden hier das Haus Semper, der Marstall, das Gärtnerhaus, das Försterhaus und ein kleiner Gutshof errichtet. Der Waldpark an der Steilküste – etwa 38 ha – ist einer der Bestandteile der Semper Heide.
Zwischen 2000 und 2002 wurde er durch den Landschaftspflegeverband Ostrügen e.V. – mit Hilfe einer Brauerei – nach alten Karten weitestgehend wiederhergestellt. Heute kann man als Besucher wieder die Elemente des Parks entdecken und auf den neu gestalteten Waldwegen spazieren. Der Waldpark Semper war 2003 sogar ein offizieller Außenstandort der IGA in Rostock. 
Zu den sehenswerten Blickpunkten zählen heute der historische Wasserturm, die Kaskadenteiche, der Hexenteich mit seinen Süntelbuchen und der ehemalige Tennisplatz. Geradezu beeindruckend ist jedoch für jeden Besucher der Hochuferweg, der einen freien Blick auf den großen Jasmunder Bodden gibt.

Der Tennisplatz
Die ehemalige Sportstätte erinnert nur noch entfernt an seine Funktion. Interessant wäre sicher, wann hier der letzte Ball geschlagen wurden. Heute nimmt man an, dass es hier auch ursprünglich eine Einrahmung der Fläche durch Mauerwerk gab.



Die Kaskadenteiche
Sie fangen das Niederschlagswasser der umliegenden Höhen auf und werden nun wieder im Fluss gehalten. Der ehemals verschlammte Bereich kann das geführte Wasser heute über eine Rinne aus Feldstein an den großen Jasmunder Bodden abgeben. Eine Insel mit 100-jährigen Eichen ist über die kleine Holzbrücke zu erreichen.    


Der historische Wasserturm
Er wurde an der höchsten Stelle des Parks errichtet und gewährleistete lange Zeit die Wasserversorgung. Um eine optische Einfügung zu erreichen, wurde die Fassade mit Feldsteinen verblendet, wodurch der Eindruck einer mittelalterlichen Feste entsteht. Er soll noch bis zum Jahre 1953 in Funktion gewesen sein.  


Der Hexenwald
Schon der Name regt die Fantasie an. Die dendrologische Besonderheit ist eine Buchenart, die sich Süntelbuche nennt. Die Mutationen haben einen bizarren Wuchs und werden deshalb im Volksmund auch Hexenbuchen genannt. Sie sind zu jeder Jahreszeit sehenswert. 

Soweit noch möglich wurde eine weitgehende Restauration des Waldparks Semper angestrebt. Über deren Umsetzung kann man sich als Besucher selbst ein Bild machen. Ein Ausflug nach Semper lohnt, denn der Reiz dieses Parks liegt auch in seinem Zusammenspiel mit der Nähe zum Großen Jasmunder Bodden.