Freitag, 21. August 2015

„Stralsund nach der Wende“

Seit über hundert Jahren werden auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund Filme gedreht. Wir wenden uns dieses Mal wieder einem Dokumentarfilm zu.

Die Langenstraße 1997 (Aufnahme aus dem Film)
Stralsund. (SAS) Erinnerungen können trügerisch sein: Sie blenden aus oder geben nur einen eingeschränkten Blick auf das Schöne. So ging es auch der Stralsunderin Yvonne Engelmann, als sie rein zufällig über alte Fotos aus ihrer Heimatstadt stolperte. Diese dokumentierten den baulichen Zustand der Altstadt zwischen 1990 und 2010. Zweifellos ist der Blick aus heutiger Sicht zum Teil erschütternd und ließ auch bei ihr die Frage aufkommen: „Sah es wirklich so schlimm aus?“ Und so machte sich die Stralsunderin auf die Suche nach dem Gestern und suchte den Vergleich zum Heute, sprach mit Zeitzeugen. Das Ergebnis ist ein Dokumentarfilm, den man als eine Liebeserklärung an Stralsund ansehen darf. Inhaltlich geht es sowohl um die Ausgangssituation - eine im totalen Verfall befindliche Altstadt - als auch um den Kampf um deren Erhalt, die Sanierung und einer städtebaulichen Ergänzung des historischen Ensembles. Der Wechsel zwischen dem Rückblick in Gesprächen und dem zum Teil noch ungezeigten Bildmaterial ist dabei gelungen. Anschaulich wird so die Reflektion eines Architekten, eines Restauratoren, der Städtebausanierer, engagierter Bürger und einer Stadtführerin in Szene gesetzt. Sie erzählen ihre Geschichte so lebensnah, dass auch der unbeteiligte Betrachter – der Spätgeborene oder Tourist - das Verständnis für einen damals geradezu einmaligen Entwicklungsprozess aufbringt.

Die Langenstraße heute (Aufnahme aus dem Film)
Der Film von Yvonne Engelmann ist erst kürzlich uraufgeführt worden und nun auch mit einem Titelfoto von Robert Schreiber auf DVD erschienen. Sollten Sie dieser Artikelserie schon längere Zeit folgen, und die vorgestellten Filme sammeln, dann darf diese Dokumentation auf keinen Fall fehlen. Mehr Infos...

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