Freitag, 2. Oktober 2015

Parks & Gärten (4): Pansevitz

Wer nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete Grünflächen auf der Insel sucht, findet sie vor allem an ehemaligen Guts- und Herrenhäusern der Insel. Wir stellen Sie Ihnen vor. 

Rügen. (SAS) Der Gutspark in Pansevitz gilt heute als einer der wertvollsten Parkanlagen der Insel. Er befindet sich nördlich und östlich des ehemaligen Gutshauses und ist mit seinen etwa 16 ha zu einem beliebten ganzjährigen Ausflugsziel geworden.
Wenn man alten Überlieferungen Glauben schenken kann, war der von Bäumen eingefasste quadratisch Teil der alte Park. Bedingt durch die starre Einteilung in Karrees kann man von einer Anlegung im 17. Jahrhundert ausgehen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden außerdem die beiden prägenden Alleen – in Verlängerung der Hauptachsen - mit ihren etwa 250-jährigen Linden bepflanzt, die zu Beginn des 20. Jahrhundert zum Teil nachgepflanzt wurden. Sie geben dem Park seinen klaren Charakter und werden durch dendrologische Besonderheiten und die Teiche ergänzt.
Bedingt durch die Grundwasserabsenkung und die nach dem Kriege fehlende Pflege und Unterhaltung hatte der Park zunächst sein Gesicht stark verändert. So verschilften u.a. der „Schwanenteich“ und der „Wundersee mit Liebesinsel“. Erst nach dem politischen Umbruch 1989/90 boten sich auch hier wieder die Möglichkeiten der aktiven Gestaltung im Sinne einer Sanierung. Dazu kaufte die Familie Knyphausen den Park von der BVVG zurück und übergab sie dem Verband Insula Rugia e.V. mit der Verpflichtung zur Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung. Damit verbunden war die öffentliche Zugänglichkeit. Begonnen wurde mit der Entbuschung des weitgehend zugewachsenen Parks und mit der Entschlammung der vier Teiche, die nun auch wieder das Wasser führen konnten. Ihre Dimensionierung entspricht dem Ursprung Ausmaß. Welcher Aufwand mit der Wiederherstellung verbunden war, lässt sich erahnen, wenn dabei von einem Schlammgemisch von etwa 14.000 Kubikmetern die Rede ist. Die durch Stammfäule, Wipfeldürre und Windbruch abgängigen Linden konnten zwischenzeitlich durch Neupflanzungen ersetzt werden. Außerdem wurde der Wildwuchs gerodet, so dass auch Einzelbäume und Baumgruppen wieder sichtbar sind. Auch die Pflanzung von Einzelgehölzen wurden dank privater Sponsoren in den letzten Jahren möglich.
Heute ist der Park- und Gartenlandschaft von Pansevitz, die durch den Friedwald erhalten wird, wieder zu einem besonderen Ort auf Westrügen geworden. Einen weiten Blick ermöglicht zudem ein öffentlich zugängliches Türmchen innerhalb der gesicherten Ruine des Herrenhauses. Ein Ausflug lohnt!
http://www.inselreport.de/p/rugen-outdoor.html