Donnerstag, 22. Oktober 2015

Wenn die Berufung zum Genuss wird...

Alles Gute lässt sich immer ein bisschen schlechter und billiger machen. Aber wo entsteht noch Gutes nach alten Traditionen? Wir wollen von unserer Suche berichten...

Rügen. (SAS) Diesmal sind wir auf der Halbinsel Mönchgut unterwegs. Unser Ziel ist die „Strandburg“ in Alt Reddevitz - eine Brennerei mit Lokal. Sicher, ein Geheimtipp ist sie längst nicht mehr. Das wird schon im Gespräch mit den Gästen klar. Viele der Besucher der „Strandburg“ sind „Wiederholungstäter“. Sie pilgern regelmäßig hierher, um sich den jährlichen Whisky aus Gerstenmalz und Weizen zu sichern. Der wird hier seit 2007 gebrannt und anschließend in Holzfässern aus Spanien und Amerika abgelagert.


Aber wie kommt man dazu ein so ungewöhnliche Handwerk auf Rügen auszuüben? Eine gute Frage meint Thomas Kliesow, denn eigentlich hatte ja alles mal 1998 mit einer kleinen Brauerei begonnen. Doch nachdem erste Kontakte zu Herstellern von Brennereien geknüpft waren, entschloss sich die Familie schließlich, in eine moderne Destillationsanlage zu investieren. Und auch ein Bauplatz fand sich. Denn die „Strandburg“, die bis etwa 1920 im Familienbesitz war, stand gerade zum Verkauf.


Kliesow selbst musste aber erst noch mal die Schulbank drücken. Ein Lehrgang an der Universität Hohenhain, die praktische Arbeit in anderen Brennereien und die Ausbildung zum staatlich anerkannten Brenner gehörten dazu. Außerdem musste noch ein B-Plan erstellt und ein Antrag auf eine gewerbliche Verschlussbrennerei positiv beschieden werden. Alles in allem: Kein leichter Start, um eine 400jährige Tradition auf der Insel aufleben zu lassen. Aber auch Grund genug, um Stolz zu sein. Darauf, dass die „Strandburg“ heute wieder im Familienbesitz ist, hier drei Generationen in einem Familienbetrieb unter einem Dach ein altes Handwerk ausüben und sie einen Ort der Gastlichkeit am Reddevitzer Höft geschaffen haben.


Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht! Ja, aber kann man da noch offene Wünsche haben? Thomas Kliesow überlegt kurz und meint dann lächelnd: „Weiter am Projekt „Whisky“ arbeiten und natürlich kreativ bleiben, um die eine oder andere neue Spezialität zu kreieren.“           

Mehr Informationen gibt es unter:
www.hofbrennerei-strandburg.de 

https://www.facebook.com/sas.sassnitz.am.sonntag/