Donnerstag, 24. März 2016

Matthäus von Normann (1490?-1556?)

Rügen. (SAS) Wann Matthäus von Normann das Licht der Welt erblickte? Wir wissen es nicht. Historiker vermuten, dass er um 1490 geboren wurde. Von seiner Herkunft aus einem alten rügenschen Rittergeschlecht lässt dagegen schon sein Name schließen. 1512 begann er das Studium der Rechte an der Universität in Greifswald. Ob er es abgeschlossen hat, ist allerdings unklar. Als sicher gilt dagegen, dass er 1520 eine Tätigkeit als Schreiber am Landgericht der Insel aufnahm. Hier sammelte er – u.a. unter dem Landvogt Waldemar von Putbus – viel Erfahrung. Die Landvögte auf Rügen führten seit dem Aussterben der rügenschen Fürsten mit Witzlaw III. ab 1326 eine Rechtsbehörde (für den pommerschen Herzog) und sorgten so für u.a. für die Durchsetzung von Recht und Ordnung. Dies erklärt auch, dass Matthäus von Normann hier direkt mit dem auf Rügen herrschenden Landrecht in Berührung kam. Zu seinen Lehrern zählten dabei neben seinem Vater Hinrik Norman auch Erich, Henning und Marten de Barnekowen sowie Gotke und Steffen van der Osten, Vicke van der Lancken, Balzer von Jasmunde, aber auch Henninck (von) der Platen. Heute wird angenommen, dass Matthäus von Normann seit etwa 1521 die verschiedenen alten Satzungen und Vorschriften dokumentierte und mehrfach überarbeitete. Als 1553 der pommersche Herzog auf dem Landtag anordnete, eine Aufzeichnung zum alten auf Rügen gebräuchlichen Landrecht zu erstellen, wandte sich der rügensche Adel an Matthäus von Norman. Dieser entwarf zwar die Vorgehensweise, so dass eine Kommission aus Adel und Bauern (!), unter Einbeziehung der Stadt Stralsund als Grundeigentümerin gebildet wurde, aber es kann davon ausgegangen werden, dass eine wesentliche Aufstellung bereits bestand. Die gefertigte Dokumentation ist heute als „Wendisch-Rüganischer Landgebrauch“ bekannt und zeigt auch den Einfluss des wendischen, dänischen und Schweriner Rechts auf den Alltag und das Leben auf der Insel. Ernst Moritz Arndt urteilte in seinen Erinnerungen „...dass der Bauer dort im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert in einer viel besseren und unabhängigeren Lage als in Pommern war.“ Außerdem stellte er fest: „Als Mitrichter und Mitschützer ihrer Rechte saßen sie bei Feld-, Gard- und Kreisgerichten neben den Edelleuten und verheirateten ihre Söhne und Töchter häufig in adlige Geschlechter hinein.“ Dies sagt auch etwas über den Stand der Bauern in der besagten Zeit aus. Heute schätzt man, dass sich durch das Werk Matthäus von Normanns die alten deutschen Rechtsgewohnheiten gegenüber dem Römischen Recht behaupten konnten. Außerdem dokumentiert der „Wendisch-Rüganische Landgebrauch“ auch ein wichtigen Teil der pommerschen Rechtsgeschichte. Durch die Verwendung der für den Landgebrauch üblichen Bezeichnungen dient das Werk zudem zur Erforschung der plattdeutschen Sprache.
1551 soll Matthäus von Normann selbst zum Landvogt berufen worden sein. Allerdings verstarb er – wie man heute annimmt – bereits 15. April 1556 in Stralsund. Zweifellos gehört er als Jurist, der sich übrigens auch der Theologie verschrieb, auf seinem Gebiet zu den legendären Rüganern.                
Wann Matthäus von Normann das Licht der Welt erblickte? Wir wissen es nicht. Historiker vermuten, dass er um 1490 geboren wurde. Von seiner Herkunft aus einem alten rügenschen Rittergeschlecht lässt dagegen schon sein Name schließen. 1512 begann er das Studium der Rechte an der Universität in Greifswald. Ob er es abgeschlossen hat, ist allerdings unklar. Als sicher gilt dagegen, dass er 1520 eine Tätigkeit als Schreiber am Landgericht der Insel aufnahm. Hier sammelte er – u.a. unter dem Landvogt Waldemar von Putbus – viel Erfahrung. Die Landvögte auf Rügen führten seit dem Aussterben der rügenschen Fürsten mit Witzlaw III. ab 1326 eine Rechtsbehörde (für den pommerschen Herzog) und sorgten so für u.a. für die Durchsetzung von Recht und Ordnung. Dies erklärt auch, dass Matthäus von Normann hier direkt mit dem auf Rügen herrschenden Landrecht in Berührung kam. Zu seinen Lehrern zählten dabei neben seinem Vater Hinrik Norman auch Erich, Henning und Marten de Barnekowen sowie Gotke und Steffen van der Osten, Vicke van der Lancken, Balzer von Jasmunde, aber auch Henninck (von) der Platen. Heute wird angenommen, dass Matthäus von Normann seit etwa 1521 die verschiedenen alten Satzungen und Vorschriften dokumentierte und mehrfach überarbeitete.
Als 1553 der pommersche Herzog auf dem Landtag anordnete, eine Aufzeichnung zum alten auf Rügen gebräuchlichen Landrecht zu erstellen, wandte sich der rügensche Adel an Matthäus von Norman. Dieser entwarf zwar die Vorgehensweise, so dass eine Kommission aus Adel und Bauern (!), unter Einbeziehung der Stadt Stralsund als Grundeigentümerin gebildet wurde, aber es kann davon ausgegangen werden, dass eine wesentliche Aufstellung bereits bestand. Die gefertigte Dokumentation ist heute als „Wendisch-Rüganischer Landgebrauch“ bekannt und zeigt auch den Einfluss des wendischen, dänischen und Schweriner Rechts auf den Alltag und das Leben auf der Insel. Ernst Moritz Arndt urteilte in seinen Erinnerungen „...dass der Bauer dort im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert in einer viel besseren und unabhängigeren Lage als in Pommern war.“ Außerdem stellte er fest: „Als Mitrichter und Mitschützer ihrer Rechte saßen sie bei Feld-, Gard- und Kreisgerichten neben den Edelleuten und verheirateten ihre Söhne und Töchter häufig in adlige Geschlechter hinein.“ Dies sagt auch etwas über den Stand der Bauern in der besagten Zeit aus. Heute schätzt man, dass sich durch das Werk Matthäus von Normanns die alten deutschen Rechtsgewohnheiten gegenüber dem Römischen Recht behaupten konnten. Außerdem dokumentiert der „Wendisch-Rüganische Landgebrauch“ auch ein wichtigen Teil der pommerschen Rechtsgeschichte. Durch die Verwendung der für den Landgebrauch üblichen Bezeichnungen dient das Werk zudem zur Erforschung der plattdeutschen Sprache.
1551 soll Matthäus von Normann selbst zum Landvogt berufen worden sein. Allerdings verstarb er – wie man heute annimmt – bereits 15. April 1556 in Stralsund. Zweifellos gehört er als Jurist, der sich übrigens auch der Theologie verschrieb, auf seinem Gebiet zu den legendären Rüganern.
      
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