Mittwoch, 4. Mai 2016

Quo vadis Prora?

Zweifel berechtigt? - Sorgenvoller Blick in die Zukunft.
Rügen. (SAS) Einst war der Landkreis Rügen Vorreiter bei der Entwicklung von Prora als kulturhistorisches Erbe. Nun hat der Landkreis Vorpommern-Rügen am Montag, den 2. Mai 2016, den Verkauf des Blockes 5 des nie fertiggestellten "KdF-Seebades Rügen" beschlossen. 
Der Rohbau war nach dem zweiten Weltkrieg durch die Nationale Volksarmee (NVA) genutzt worden und bot dann - ab dem politischen Umbruch 1989/90 - als Museumsmeile verschiedenen kulturellen und künstlerischen Einrichtungen eine Heimat. Im nun vor dem Verkauf stehende Block 5 wurde im Juli 2011 eine Jugendherberge mit 402 Betten in 96 Zimmern eröffnet. Sie knüpfte traditionell an die Zeit der größten Jugendherberge Europas (1993-1999) und das zuvor auch bestehenden "One World Camp Youth Hostel" mit günstigen Übernachtungsmöglichkeiten an. Bereits im Jahre 2007 entstand ein Jugendzeltplatz mit etwa 250 Plätzen.   
Die Fraktion "Die Linke" erklärte zum Verkauf - in einer uns vorliegenden Pressemitteilung - dass sie sich nicht generell dagegen stellte. Jedoch beantragte sie, dass ein Teils des Gebäudekomplexes im Eigentum der öffentlichen Hand bleibt, um sicherzustellen, dass jetzigen und folgenden Generationen die zweigeteilte Geschichte dieses Baues, an einem weitestgehend im Originalzustand erhaltenen Teil dargestellt werden kann. Außerdem sollte so den beiden Bildungsvereinen, die sich diesem Anliegen verschrieben haben, ein bezahlbares Domizil garantiert werden.
Das Vorhaben des nun angestrebten Verkaufs hält die Fraktion "Die Linke" jedoch für hochspekulativ. In Prora kam es in den letzten Jahren zu einer eine dynamisierte Entwicklung. So entstand eine hohe Nachfrage nach Eigentumswohnungen.