Dienstag, 25. Oktober 2016

Filmszene (50): "Boje 25"


Sassnitz. (SAS) Seit über hundert Jahren werden auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund Filme gedreht. Dieses mal geht es um den ersten Teil einer Serie, die u.a. in Saßnitz spielt.
Am 15.12.1970 kam es zur Erstausstrahlung einer spannungsgeladenen und relativ erfolgreichen Serie Zollfahndung", in der es um die Arbeit der Zollverwaltung der DDR geht. Die zum Teil auf Erfahrungen sowie reale Fälle basierenden Serienteile, folgten dennoch einem klaren Muster: Die Übeltäter kamen fast ausnahmslos aus dem Westen der BRD. So auch im ersten Teil: Boje 25".
Ein Unbekannter lässt sich mit einem Rostocker Taxi auf die Insel Rügen fahren und begeht dort einen Einbruch in einem Kindergarten, der sich in einer alten Villa befindet. Diese wurde bis 1945 von einem hochrangigen SS-Offizier bewohnt. Der Hausmeister, der den ungebetenen Gast hört, wird kurzerhand betäubt. Obgleich man nicht herausfindet, was durch den Einbruch entwendet sein könnte, geht man davon aus, dass das Diebesgut heimlich über die Seegrenze geschmuggelt werden soll.
Parallel dazu hat auch der Saßnitzer Fischer Jensen gespielt vom Saßnitzer Willi Koch - ein Problem: Er hat heimlich Fisch nach Dänemark verkauft und wurde anschließend von einem Unbekannten unter Druck gesetzt. Der will von einer Anzeige gegen ihn absehen, wenn er bereit ist, etwas über die Seegrenze bei Boje 25 zu schmuggeln. Jensen selbst wird bei dem Gedanken mulmig und so offenbart er sich schließlich nach einem Gespräch mit dem Fischer Fiete, der auch auf seinem Kutter fährt, den Zollorganen der DDR. Die lassen mit Hilfe von Jensen ein Phantombild erstellen.
Nur kurze Zeit später deponiert der Unbekannte etwas heimlich auf dem Fischkutter von Jensen. Unterdessen stellt die Zollverwaltung fest, dass es eine hohe Ähnlichkeit der beschriebenen Personen gibt. Der Unbekannte, der Jensen unter Druck setzte und der Unbekannte, der im Rostocker Taxi auf die Insel fuhr, scheinen ein und dieselbe Person zu sein. Das Problem: Jensen weiß zwar, wann er bei Boje 25 sein soll, aber er hat keine Ahnung was er zu schmuggeln hat. So bleibt Jensen und der Zollverwaltung nur eine Möglichkeit: Auf gut Glück zur vereinbarten Zeit in Richtung Boje 25 zu fahren.  
2017 soll die Serie auch auf DVD "Zollfahndung" erscheinen (Foto: DFF / Repro: Rügener Filmarchiv)
Dazu muss allerdings noch der Fischer Fiete auf Jensens Kutter eingeweiht werden. Fiete gespielt von dem jungen Ernst-Georg Schwill fällt allerdings ein Stein vom Herzen, als er Zollkommissar Franck an Bord weiß, da er nicht in undurchsichtige Machenschaften verwickelt werden wollte. Gemeinsam machen sie sich auf zur Boje 25, wo sich die Handlung unaufhaltsam zuspitzt. Schon bald wird klar: Es gilt den Schmuggel von Formen zur Anfertigung von Falschgeld zu unterbinden.
Nach dem Drehbuch und in Regie von Celino Bleiweiß setzten die Kameramänner Walter Laaß, Rolf Hunger und Jürgen Bode die Geschichte gekonnt in Szene. Zu sehen ist wie schon erwähnt - der Saßnitzer Willi Koch und vor allem schöne Aufnahmen vom Fischereihafen Saßnitz. Sie wecken noch einmal die Erinnerung an eine Zeit, als die Küstenfischerei auch in Saßnitz von großer Bedeutung war.