Dienstag, 4. Oktober 2016

Rügen? Det is so schön – Entdeckerfreude!

DEFA-Schauspieler Ernst-Georg Schwill (Foto: S. Bergemann)
Sassnitz. (SAS) Der Berliner Schauspieler Ernst-Georg Schwill zählt zu den bekanntesten Filmgesichtern von DEFA und DDR-Fernsehen. Durch die Berliner Tatorte wurde er auch deutschlandweit als Assistent Lutz Weber einem jüngeren Publikum bekannt. 

Wir sprachen mit ihm - vor seiner Fahrt nach Rügen - über seine Verbindung zur Insel, Erinnerungen an Sassnitz und eine bevorstehende Veranstaltung.
Herr Schwill, was verbindet Sie mit Stralsund und der Insel Rügen?
Ernst-Georg Schwill: Schon wenn ich Berlin in Richtung Rügen verlasse, freue ich mich. Wenn ich dann endlich auf Rügen bin, auf dieser grünen Insel, dann schweift der Blick über das blaue Wasser. Augenpflege die Augen können sich ausdehnen. Schön, wenn ich dann noch ein Schiff am Horizont sehe. Det is so schön Entdeckerfreude!
In Stralsund habe ich Theater gespielt Der Tod und das Mädchen" eine wunderschöne Stadt mit einem zauberhaften Rathaus. Und es war immer schön, in Sassnitz zu drehen. Für mich ist der Blick über das Meer vom Sassnitzer Hafen aus Emotion. Geräusche, wenn die Wellen gegen die Boote schlagen. Spannende Augenblicke. Die Frage kommt: Wer hat die Boote gebaut? Es sind Menschen, die hier leben, denen ich begegne. Früher wurde Rügen als die Kloake der DDR" bezeichnet heute ist es ein Kleinod". Es hat sich in den letzten Jahren doch sehr viel verändert.
Nun standen Sie als Schauspieler u.a. bei den Filmstreifen "SAS 181 antwortet nicht" und "Boje 25" auch in Sassnitz vor der Kamera. Gibt es eine kleine Episode von den Dreharbeiten, an die Sie sich noch heute gerne erinnern?
Ernst-Georg Schwill: Ach ja Episoden... Bei einem Dreh sind wir mit dem Kutter aufs Meer gefahren und mir wurde so fürchterlich schlecht, dass ich es kaum noch an mir halten konnte. Da sagte mir ein Matrose: Leg dich in die Seilpütt, da schaukelt ´s nicht so dolle". Hab ich auch gemacht. Hab geschlafen. Er sagte mir aber auch: Wenn du nachher kotzen musst, bitte mit dem Wind, sonst siehste noch schlechter aus". Am tollsten fand ich, wie die Fischer vor Sassnitz auf dem Wasser miteinander in Verbindung standen. Da steuerte man sich an, und von Bord zu Bord flogen Heringe und andere Sachen so tauschte man und jeder hatte zu essen!
Am Samstag, den 8. Oktober 2016 kommen Sie zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "TREFFPUNKT SASSNITZ" auch wieder auf die Insel. Wie kam es dazu und was erwarten die Gäste der Veranstaltung?
Ernst-Georg Schwill: Brigitte Miesen sie arbeitet für Studio Hamburg Enterprises und ich kenne sie schon sehr lange über die DEFA-Filme - rief mich an und sagte, sie hätte da eine Idee! Studio Hamburg Enterprises veröffentlicht die Serie des DDR-Fernsehens Die Leute von Züderow", in der ich mitspielte und sie würde gern eine Veranstaltung auf Rügen organisieren. Ob ich Lust und Zeit hätte! Klar, habe ich gesagt, nach Rügen komme ich immer gern. Gesagt, getan, sie hat gemacht - nun ist eine runde Sache mit TREFFPUNKT SASSNITZ" entstanden, und ich freue mich sehr, dass ich der erste Gast dieser neuen Veranstaltungsreihe sein darf. Es ist ja eine DVD-Premiere schön, dass Filme wie Die Leute von Züderow" im Rahmen des DDR TV-Archivs erscheinen.
Was passiert am Abend also, es werden kleine Ausschnitte meiner Filme gezeigt, aufregende Gespräche über Filme, Rügen und die Welt geführt, hoffentlich Fragen und Antworten ohne Ende... ...und zum Besten gebe ich noch Ausschnitte aus meinen Büchern Is doch keene Frage" und Icke, meine und andere Tatorte". Wenn der Termin nicht ausreicht, komme ich natürlich gerne wieder!
Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg und freuen uns auf ein Wiedersehen auf Rügen. 

Veranstaltungs-Tipp: "TREFFPUNKT SASSNITZ" mit der Auftaktveranstaltung Ernst-Georg Schwill & Die Leute von Züderow" am Samstag, den 8. Oktober 2016, um 19.00 Uhr im Rügen-Hotel.