Mittwoch, 26. Oktober 2016

Wilhelm Friedrich Carl Nindemann (1850-1913)


Gingst. (SAS) Wenn man von legendären Rüganern spricht, darf dieser Mann sicher nicht in einer Aufzählung fehlen: Der Polarreisende, Erfinder und U-Boot-Konstrukteur Wilhelm Friedrich Carls Nindemann. Sein Lebensweg war dabei kaum vorhersehbar. Schon in jungen Jahren wurde der am 22. April 1850 geborene Nindemann Halbweise. Auch seine Lehre als Schmied, die der Gingster bereits nach wenigen Tagen abbrach, würden wohl auch heute noch verzweifeln lassen und kaum Hoffnung geben, dass aus einem solchen Jungen mal etwas würde. Und doch folgte er wohl einfach nur seiner inneren Stimme. So heuerte der junge Nindemann im Alter von 14 Jahren bei seinem Wittower Onkel an, um Nord- und Ostsee zu befahren. Mit 19 Jahren brach er schließlich in die neue Welt" auf, Amerika lockte.
Nindemann als einer der Überlebenden der Drift 1873
1871 brach er unter Charles Francis Hall zu einer ersten Nordpol-Expedition auf. Zwar kam sie dem Ziel bedeutend nahe, jedoch kam Hall selbst bei dieser auf unerklärliche Weise zu Tode. In der Expedition soll es dabei zu erheblichen Spannungen gekommen sein. Heute werden diese vor allem einem Konflikt zwischen den amerikanischen und den deutschstämmigen Seeleuten zugeschrieben. Ein Teil der Mannschaft zu der auch Nindemann zählte, suchte in der Folge auf einer Eisscholle Zuflucht, wurde dazu noch vom Mutterschiff getrennt und verdankte am Ende ihre Rettung nur zwei erfahrenen Inuit mit ihren Familien. 
 
Nidemann & Noros bei der Jeanette-Expedition 1881
1879 schloss sich der Rüganer dann einer weiteren vom amerikanischen Zeitungsmagnaten James Gordon Benett Jr. finanzierten - Norpol-Expedition unter George W. DeLong an. Sie suchte mit dem Schiff Jeanette" dieses Mal den Weg über die Nordküste Sibiriens. Das Schiff wurde dabei jedoch vom Packeis eingeschlossen und dann 21 Monate lang nicht mehr freigegeben. Durch den Druck des Eises schlug das Schiff leck, jedoch gelang es Nindemann die Öffnungen im Schiffsrumpf wieder zu stopfen. Im Juni 1881 musste das Schiff dennoch aufgegeben werden - es sank. Die Besatzung rettete sich in drei Booten, die aber später bei einem nächtlichen Sturm getrennt werden sollten. Lediglich zwei der Boote erreichten dabei das Land. Nindemann, der gemeinsam mit DeLong in einem Boot saß, wurde gemeinsam mit einem weiteren Gefährten Noros - losgeschickt, um Hilfe bei dem anderen Boot zu suchen. Zwar fanden sie mit viel Glück - das andere Boot, deren Mannschaft sich vollständig gerettet hatte, aber als sie zurückkehrten, war DeLong bereits tot.

Nach seiner Rückkehr von dieser zweiten Polar-Expedition wurden er und seine Mitstreiter für ihren Einsatz mit der goldenen Ehrenmedaille des Kongresses ausgezeichnet. Auf Beschluss des Kongresses wurde Nindemann zudem auch mit einer Unterstützung von 4.000,- Dollar bedacht, da er mit seinen Fertigkeiten die Mannschaft gerettet hatte, als der Wassereinbruch durch das Packeis kam.

Nindemann selbst widmete sich nun der Entwicklung nautischer Geräte so meldete er u.a. ein Patent zur Anzeige der Schräglage eines Schiffes an. Später wurde er auch enger Mitarbeiter von John Phillip Holland und konstruierte Unterseeboote, die er sogar im russich-japanischen Krieg nach Japan überführte. Am 6. Mai 1913 starb der Rüganer in New York City. Sein Grab befindet sich in Brooklyn.
Die "New York Times" zu Nindemanns Tod