Sonntag, 1. Januar 2017

1. Januar 1957: Sassnitz wird Stadt


Seit dem 1. Januar 1957 ist Sassnitz eine Stadt
Sassnitz. (SAS) Die Geschichte des Stadtrechts für Saßnitz beginnt bereits Jahre vor seiner Verleihung. So war bereits im November 1954 die Beantragung des Stadtrechts Thema einer Gemeindevertretersitzung. Allerdings wollte man zunächst nicht einfach nur „Stadt Saßnitz" werden. Stattdessen suchte man nach einer identitätsstiftenden Bezeichnung. Dazu gab es auch zahlreiche Vorschläge aus der Bevölkerung – wie beispielsweise „Hafenstadt" oder „Stadt der Kreide" und „Fischereistadt". Doch bis es zu einer Verleihung des Stadtrechts kam, sollten noch einige Monate ins Land gehen.
 
Dann – am 23. April 1956 – konnte Bürgermeister Siegfried Schlabow mitteilen, dass der Rat des Bezirkes Rostock Saßnitz zur Stadt erklären wolle. Am 23. November 1956 folgte der Ankündigung auch der Beschluss Nr. 14/4, dass Saßnitz mit Wirkung vom 1. Januar 1957 zur Stadt erklärt wird. Begründet wurde dies durch den Rat des Bezirkes Rostock mit dem Verlust des Charakters einer ländlichen Gemeinde, die – bedingt durch die Entwicklung von Fischfang- und Verarbeitung, Kreideindustrie und Fährverkehr nach Skandinavien – im laufe weniger Jahrzehnte ihre Einwohnerzahl auf 16.000 dynamisch wachsen ließ.
 
Offiziell erfuhr die Saßnitzer Stadtvertretung von dem Beschluss Nr. 14/4 allerdings erst am 25. Januar 1957 durch ihren Vorsitzenden Christoph Petersen. Daraufhin beschloss der Stadtrat am 30. Januar 1957 den Antrag zum Beitritt beim Deutschen Städte- und Gemeindetag zu stellen. Das die offizielle Verleihung des Stadtrechts nun für den 1. April 1957 im „Haus der Werktätigen" (Sassnitzer Hof) stattfand, spricht keineswegs für einen Aprilscherz. Vielmehr nahm man von Seiten der Saßnitzer Bezug auf die Vereinigung der Dörfer Crampas und Saßnitz am 1. April 1906 - ein historisches Datum der eigenen Ortsgeschichte.
 
Heute wünschte man sich etwas mehr Traditionsbewusstsein – nicht nur in Sassnitz. Dazu gehört auch sich mit der eigene Ortsgeschichte aktiv zu beschäftigen, damit das Bewusstsein und die Kenntnis historischer Ereignisse in allen Generationen verankert bleibt.