Freitag, 31. März 2017

Ein bedeutender Tag für Sassnitz

Das einstige "Hotel Bristol" als Postkartenmotiv, später "Haus der Werktätigen"
Sassnitz. (SAS) Der morgige erste Tag im April hat in der Sassnitzer Ortsgeschichte eine große Bedeutung. Zunächst muss man dabei an den 1. April 1906 erinnern, denn damals vereinigten sich Crampas und Sassnitz, die beiden benachbarten Dörfer, zu einem Ort. Erneut wurde dieses
historische Datum jedoch vor 60 Jahren bemüht, um die offizielle Verleihung des Stadtrechtes an Sassnitz würdig zu begehen. Ort des Festaktes war damals: Das "Haus der Werktätigen".
 
Das Gebäude selbst repräsentiert bis heute ein Stück weit die reiche Ortsgeschichte. Dabei soll der Bau zunächst der Trocknung abgebauter Kreide gedient haben. Magnus Küster, Inhaber einer Kreidefabrik, hatte dafür - so die Überlieferung - die oberen beiden Stockwerke genutzt. Gäste logierten allerdings damals nur in den unteren Räumen. Mit der steigenden Nachfrage - 1857 zählte man bereits im Dorf Sassnitz 200 Badegäste - veränderte sich auch der Gebäudezweck.
Küsters Restaurant ("Küsters resterie") wurde zu einem beliebtem Ziel. So wundert es nicht, dass 1875 ein weiterer Ausbau erfolgte. Nach Küsters Tod (1881) machte sich das Haus als Hotel "Bristol" einen Namen. Und nach dem letzten Krieg? Da wurde der "Sassnitzer Hof" zum "Haus der Werktätigen". Für viele Sassnitzer verbindet sich mit dem Haus jedoch ihre Jugend, als man nur vom "Schacht" sprach.

Doch warum wurde bei dem Festakt zur Verleihung des Stadtrechtes im "Haus der Gewerkschaften" überhaupt auf den 1. April Bezug genommen? Grund hierfür war der Umstand, dass die Sassnitzer Stadtvertretung erst am 25. Januar 1957 (!) von ihrem Vorsitzenden Christoph Petersen erfuhr, dass ihre Heimatstadt auf Beschluss Nr. 14/4 des Rates des Bezirkes Rostock bereits zum 1. Januar 1957 zur Stadt erklärt wurde.