Dienstag, 11. April 2017

Baumfällaktion am Wedding

Sassnitz. (SAS) Für den Betrachter sind diese Bilder keine Augenweide. Eine Anwohnerin meint: „Die alten Förster würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie das sehen könnten. Es ist eine Schande. Wenn jetzt der scharfe Ostwind kommt, dann haben wir keinen Windschutz mehr.“
Gemeint sind die Baumfällungen am Wedding, welche nunmehr als Sicherungsmaßnahmen als vermeintlicher Kahlschlag empfunden werden. Ja es ist wichtig Bäume wegzunehmen, die durch Pilzbefall krank sind und eine Gefahr für Leib und Leben der Menschen und auch der anliegenden Gebäude darstellen.
Das ist allen sehr verständlich.  Doch schon kommt der nächste Unmut bei Anwohnern auf. Die Stämme werden ordentlich abgefahren, weil verkauft. Wenn sich jemand jedoch etwas Holz aus den dicken Ästen machen will, dann geht es  nicht. „Ich geh da nicht Holz sägen. Nachgefragt hatte ich ja, aber aus dem Nationalpark darf angeblich nichts herausgeholt werden. Ich will doch keine Strafe bekommen.  Früher hatten wir einen Sammelschein. Da durften wir totes Holz sammeln gehen und der Wald sah ordentlich aus.“ , so ein Anwohner.
Während er dies sagt, sind die gleichmäßigen Schläge einer Axt im Wald zu hören. Das sind keine Waldarbeiter. „Hier wird mal oben, dann wieder dort unten gesägt. Manch einer darf eben und manch einer nicht. Also ich mag nicht mehr drüber nachdenken“  Wir gehen weiter zum Nationalparkwächter und fragen ihn einfach. „Na da sieht hier ja ganz schön wüst aus, was?“ Er weiß zu erzählen, die gefällten Bäume sind alle verkauft und werden noch abgeholt. Das Astholz verbleibt hier. Aber das ist eine reine Sicherungsmaßnahme.
Holzeinschläge im Nationalpark soll es keine mehr geben.“ Wir hoffen, daß es so ist und machen einige Bilder. Der nächste Weg führt uns die Treppen hinab zum Steilufer. Bei herrlichem Sonnenschein sind viele Wanderer unterwegs. Ein Opa mit Sonnenbrille und Hut erklärt seinen beiden Enkelkindern an den Baumabschnitten woran man den Pilzbefall erkennt und warum die Bäume abgesägt werden mußten. Bald wird sich die Natur diesen Bereich zurück erobern. Aber die Garagen, die gekündigt worden sind, weil sie nicht mehr ins Stadtbild passen. Das ist eine andere Geschichte. 
                                                                                                                                Fiete