Freitag, 21. April 2017

Woche der Bäderarchitektur lädt ein

Das Kurhaus im Binz: Meistfotografiertes Haus in Vorpommern?
Binz. (SAS) Das Kurhaus von Binz gilt nach wie vor als meistfotografiertes Haus Vorpommerns. Messen lässt sich dies zwar nicht, aber fühlen. Denn tatsächlich zückt so mancher Besucher des Ostseebades sein Smartphone, um anderen mitzuteilen: "Ich war hier!"

Gute Gründe dafür soll es auch in der Zukunft geben: Deshalb verordnete sich das Travel Charme Kurhaus Binz, so der heutige Titel, derzeit eine Schönheitskur und wird sich bald wieder vollständig in neuem "Kleid" präsentieren. Wenn alles klappt sogar zur Woche der Bäderarchitektur.
 
Bäderarchitektur? Ja, auch wenn es sich bei diesem vielbemühten Begriff um keine eigene Kunstgattung handelt, so nimmt sie doch die Gestaltungsvielfalt verschiedener Baustile -  Klassizismus, Historismus, Jugendstil oder Moderne - auf. Loggien, Balkone und Türmchen sind dabei bis heute ein unverkennbares Zeichen des handwerklichen Könnens, welches nicht nur bei der Laubsägearchitektur gefragt war. Andererseits weist die Bäderarchitektur bereits auf einen hohen Grad der Industrialisierung in der Bauwirtschaft hin, der sich im Übergang vom 19. in das 20. Jahrhundert vollzog. Für Binz empfiehlt sich in diesem Zusammenhang das Buch "Pommersche Bäderarchitektur", welches speziell für Binz das Gestern und Heute gegenüberstellt und das Bauhandwerk mit der geschaffenen Architektur in den Vordergrund rückt. Ergänzt wird das Buch zudem durch den Binz-Film "Ferienzauber an der Ostsee" von 1928.
 
Doch zurück zur Woche der Bäderarchitektur: Diese löste in Binz den Monat der Bäderarchitektur ab, der ursprünglich immer im September stattfand. Nun wird also vom 1. bis 7. Mai die Architektur des Ostseebades zum Saisonauftakt in den Mittelpunkt gerückt. Geplant sind u.a. das traditionelle Anbaden, Konzerte, Ausstellungen und Führungen. Nicht vergessen werden sollte in der Aufzählung allerdings eine Veranstaltung, die unter dem Motto "Hereinspaziert in die Villen" steht. Dazu öffnen nun schon seit mehreren Jahren die Villen ihre Türen, um Interessierten einen Blick hinter die Fassaden zu gewähren. Dabei gibt es vielfältige Kleinprogramme, die für Abwechslung sorgen. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen!  
 
Die Strandhalle (links) ist auch wegen ihrer Architektur einen Besuch wert