Samstag, 6. Mai 2017

Mit der Bahn an der Straße vorbei

"Es hat Einfahrt die Regionalbahn..."
Sassnitz. (SAS) Seit der Wende 1989/90 haben sich viele Dinge verändert. Die täglichen Gewohnheiten, wie der Weg zur Arbeit (so man denn eine hat) ebenfalls. Während früher die Wege hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn zurückgelegt wurden, so ist heute das Auto das gängige Verkehrsmittel.
Viel flexibler und bequemer ist es allemal. Doch wenn dann neben den geschlossenen Bahnübergang auch noch langfristige Straßensperrungen hinzukommen, wie z.B. die Strecke B96 Ralswiek-Strüssendorf, ist die Idee zum zeitweiligen Wechsel geboren. Die Stadt Sassnitz ist in der vorzüglichen Lage über einen Gleisanschluß mit stündlicher Bahnfrequentierung zu verfügen. Das kann nicht jede Stadt von sich behaupten.

Umsteigen zum "Pendeln" mit der Bahn
Im täglichen Selbstversuch Strecke Lancken - Samtens hier die Beschreibung eines wieder Bahnfahrenden: Es ist sicherlich eine Umstellung etwas früher aufzustehen und ein paar Minuten zum Bahnhof zu laufen, anstatt das Auto direkt vor der Tür zu besteigen. Aber als positiv ist eindeutig hervorzuheben, dass man sich selber wieder mehr bewegt. Der Schock: Die Preise sind natürlich für einen langjährigen Autofahrer erschreckend. Nachdem man sich vom ersten Schrecken etwas erholen und seinen Frieden mit einer Monatsfahrkarte machen konnte, kann das eigentliche Vergnügen beginnen.
Unterwegs in sehr modernen, sauberen Zügen
Es stellt sich heraus, neben den leider teilweise verwahrlosten alten Bahnhofsgebäuden - es gibt ein funktionierendes Eisenbahnsystem mit sehr modernen, sauberen Zügen. Und plötzlich vermischen sich ganz alte Erinnerungen an die Bahnstrecke mit neuen Eindrücken aus dieser Perspektive. Man trifft neue Leute oder sogar alte Bekannte. Das entspannte Träumen während der Fahrt oder vertiefte Lesen in einem Buch ist wieder möglich, ohne Gefahr zu laufen einen Unfall zu verursachen.

Am Straßenverkehr vorbei
Einzig und allein die Kontrolle der Fahrkarte entreißt einen ganz kurz aus diesem Zustand. Und schon hat man pünktlich seinen Zielbahnhof erreicht. Fazit: Es ist nicht schlechter mit der Bahn als mit dem Auto. Es ist anders. Es ist nicht teurer, als das Auto, wenn man alle Kosten berücksichtigt. Aber immer wenn ich nach Hause komme, staune ich wie voll der Tank in meinem Auto ist.