Montag, 11. Dezember 2017

Unsere Inselfilme: "Die Männer der Emden" (2012)

Gefecht in der Wüste (Foto: ©ARD/Hardy Brackmann)
Hiddensee. (IF) Seit über 100 Jahren werden Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund gedreht wurden. Wir rufen einige von ihnen wieder in Erinnerung...

Die Geschichte zu diesem - u.a. auf der Insel Rügen gedrehten Film - klingt fiktiv, basiert jedoch auf einer wahren Begebenheit, denn: Den deutschen Kreuzer und die Geschichte der „Männer der Emden" gab es wirklich...

Zum Hintergrund: Das Schiff „Emden“ war im chinesischen Tsingtau stationiert und sollte nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges den Abzug des deutschen Ostasiengeschwaders decken. Doch nachdem der Kreuzer durch Feindeinwirkung zerstört wurde, befindet sich ein Teil der Besatzung, der zum Zeitpunkt der Versenkung nicht an Bord war, ohne Schiff auf einem kleinen Atoll im Indischen Ozean. Kurzerhand wird ein Schoner requiriert, womit die Truppe in Richtung Heimat aufbricht. Kein leichtes Unterfangen! Schließlich gilt es, nicht in die Hände des Gegners zu fallen. Gefahr lauerte dabei nicht nur auf dem Wasser, sondern auch beim Durchqueren der Wüste Arabiens...

Schon zum Zeitpunkt, als die Begebenheit in Deutschland – im Jahre 1915 - bekannt wurde, bewegte sie die Generation unserer Großeltern. Auch filmisch gab es bereits zwei Filmstreifen, die sich mit dem Stoff auseinander setzten. Dem Regisseur und Produzent Berengar Pfahl verdanken wir heute die Neuerzählung der Odyssee. Mit weit mehr technischen Möglichkeiten - und natürlich in Farbe (!) – ist ein Abenteuerfilm daraus geworden.

Dazu drehte man mit den Hauptdarstellern und 172 Komparsen u.a. auch auf der Insel Rügen. Warum aus dem Selliner Seebrückenrestaurant der „Deutschen Club“ in der chinesischen Hafenstadt Tsingtau wurde, erklärt  Regieassistent Axel Ricke gegenüber der örtlichen Presse so: „Die Verwandlung war hier sehr gut möglich, und für uns war es weniger aufwändig in Sellin zu drehen, als in China.“ Außerdem ließ sich der Aufenthalt der Film-Crew auf Rügen mit weiteren Drehtagen in Sassnitz – im Film ein Hafen im Pazifik – und in Vitt – ein nicht näher bekanntes Dorf an der Ostsee – verknüpfen.

Filmplakat zu der Inszenierung der wahren Geschichte
Filmisch schlägt sich Ken Duken als Karl Overbeck mit etwa 50 überlebenden Marinesoldaten von den Kokos-Inseln nach Berlin durch. 13.000 Kilometer sind in über 100 Minuten zu überwinden. Zwar geht alles ohne jeglichen Hurrapatriotismus über die Leinwand, aber ohne Helden geht es natürlich nicht. 

Im Herbst 2012 wurde der Film in einer ersten Fassung von 116 Minuten geladenen Pressevertretern gezeigt. Am 31. Januar 2013 folgte der Kinostart einer 144 Minuten langen Version. Und schließlich feierte der Film 2014 als Zweiteiler auch seine Fernsehpremiere auf ARD. Als DVD ist er unter dem Titel "13.000 Kilometer - Die Männer der Emden" erschienen.

Das Werk wurde sehr unterschiedlich von den Medien unseres Landes aufgenommen. Kritik übte man u.a. an der Geschichte selbst und deren dramaturgischen Umsetzung. Zufällig scheint es in diesem Zusammenhang nicht, dass der Regisseur und Produzent Pfahl ausgerechnet im Ausland auf das Thema stieß. Schließlich tun wir uns bis heute mit der eigenen Geschichte immer noch etwas schwerer als andere Nationen. Faszination und Unverständnis liegen dabei oftmals eng beieinander. Allerdings sollte man sich in jedem Falle selbst ein Urteil zum Film bilden.
 
Weitere Informationen zu bekannten Schauspielern:
Das Schauspiel-Schloß (1) / Das Schauspiel-Schloß (2) /

Unsere Inselfilme in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung: 
"Pro Patria" (1910) / "F.P. 1 antwortet nicht" (1932) / "Lügen auf Rügen" (1932) / "Der Dschungel ruft" (1936) / "Brand im Ozean" (1939)"Geheimakte W.B. I. (1941) / "Das Mädchen von Fanö" (1941) / "Opfergang" (1944) / "Schatten über den Inseln" (1952) / "Genesung" (1955)"SAS 181 antwortet nicht" (1958) / "Im Sonderauftrag" (1959)"Hatifa - Abenteuer einer Sklavin" (1960) / "Ein Sommertag macht keine Liebe" (1960) / "Leuchtfeuer über Schnee und Eis" (1963) / "Die Hochzeit von Länneken" (1964) / "Die Reise nach Sundevit" (1966) / "Mitten im kalten Winter" (1968)"Die Heiden von Kummerow" (1968)"Heißer Sommer" (1968) / "Das unsichtbare Visier (1975) / "Suse, liebe Suse" (1975)"Tambari" (1976) / "Hiev up" (1978) / "Vergeltung" (1980) / "Vor meiner Zeit" (2001) / "Der Bernsteinfischer (2005)"Die Männer der Emden" (2014)

Wir danken für die Unterstützung:
der DEFA-Stiftung, dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA),
dem Rügener Filmarchiv, dem Studio Hamburg, der ARD und dem ZDF