Montag, 19. Februar 2018

Das kleine Schloß für die pommerschen Herzöge

Das kleine Residenzschloß für die pommerschen Greifenherzöge (Foto: Ryszard Pakieser)
Stettin (SAS). Das Stettiner Schloß, einst Residenz der pommerschen Greifenherzöge, wurde ab 1490 nach dem Willen von Bogislaw X., dem Großen, errichtet. Er hatte zuvor (1478) das "Land am Meer" wieder unter sich vereinigt. Nun hat die ehemalige Greifenresidenz, die 1944 durch einen Bombenangriff der Alliierten schwer beschädigt wurde und nach dem zweiten Weltkrieg einen Wiederaufbau erlebte, eine Miniaturausgabe als detailierte Ergänzung erhalten.

Das "kleine Schloß" der Greifenherzöge kommt aus der Breslauer Werkstatt der bekannten Bildhauer Michał Wysocki und Stanisław Wysocki. Sie haben das 300 Kilogramm schwere Modell im Maßstab 1:100 aus Bronze vor allem für Blinde und Sehbehinderte geschaffen, um auch ihnen einen Eindruck von der Residenz der pommerschen Herzöge an der Oder zu ermöglichen. 

Keine leichte Aufgabe, wie auch Bildhauer Stanisław Wysocki gegenüber einer Zeitung bemerkte. Immerhin musste zunächst eine Computersimulation nach Bauplänen und Fotos des Schloßes erstellt werden, was vielleicht bildlich mit dem Aneinanderreihen eines Puzzle-Teilen vergleichbar ist. Doch es gab einen entscheidenden Unterschied: Am Ende musste das Ganze in ein dreidimensonales Modell münden. Erst so war die Modellierung möglich. Diese ist als Grundlage für eine Form zum Ausgiessen notwendig. Das dazu angewandte Wachsausschmelzverfahren gilt als kompliziert. Es erklärt aber auch den Preis für das kleine Schloß von etwa 26.000,- EUR brutto.

In die Schlagzeilen geriet das Schloß, in dem sich auch die Särge der pommerschen Herzöge befinden, im letzten Jahr. Im Mai 2017 waren mehrere Deckenpfeiler im Nordteil des Baus eingestürzt. Die Ursache ist bisher nicht bekannt.

Wir danken Ryszard Pakieser für die Zusendung des Fotos.