Donnerstag, 22. März 2018

Ein Skipper für alle Fälle...

Nicht nur ein Mann für Bilder, sondern auch für Verse: Klaus Ender
Rügen (SAS). Wer einmal vor Rügen bei unruhigen Wettern an Bord eines Segelschiffes gegangen ist, weiß, wie wichtig es ist, einen guten Skipper an Bord zu haben. Einen, der mit sicherer Hand bei allen Winden und Unwägbarkeiten versteht, einer Crew den notwendigen Halt beim Kreuzen gegen den Wind und letztlich Zuversicht auf eine sichere Heimkehr zu geben. Die Antwort auf die Frage des Vertrauens und Anvertrauens speist sich dabei aus der Lebenserfahrung, über die ein Skipper verfügen muss und dessen festen Kompass.

Aber wie - und wo - findet man heute noch gute Skipper? Einer von ihnen ist zweifelsohne der Rügener Fotograf und Buchautor Klaus Ender, der 1962 auf Rügen eine neue Heimat fand und heute andere, durch seine tiefe Liebe zur Natur, auf ihren Wert aufmerksam zu machen versteht. Im 53. Jahr seines freiberuflichen Schaffens, das er je zu einem Drittel in der DDR, Österreich und Deutschland verbrachte, blickt der 79-jährige nicht nur auf ein erfülltes Leben zurück, sondern (auch) voraus.

Der ZEITGEIST bereitet ihm Sorgen und daher gründete er mit seiner Frau 1996 einen Verlag, um unabhängig und souverän seine Publikationen verwirklichen zu können. Die weltweite Entwicklung gab ihm recht; nie war Gewalt, Gewalt-Verherrlichung, Abbau der Kultur, Geldgier, Verdummung und Expansions-Wut so deutlich sichtbar geworden, wie in den letzten zwei Jahrzehnten. Das Sehen und Erkennen einer Situation ist für einen guten Fotografen die Basis, wenn er als Chronist anerkannt werden will. Und ein "hinter die Kulissen" Schauender wie er, wird nicht eher zufrieden sein, bis er mit Wort + Bild die Herzen seiner Leser erreicht. Sein eigenes Leben, und die damit verbundenen Fallstricke hat er souverän und hartnäckig "umschifft" - um beim Skypper zu bleiben - und trotzt mit wertvollen Erfahrungen, die er in seinen Büchern, Gedichten und Aphorismen einbringt, den Widerwärtigkeiten dieser Zeit. Er "belehrt" nicht, er findet Worte der Behutsamkeit, des Mitfühlens und Mitdenkens, er mahnt, hält inne und motiviert.
Klaus Ender und seine Bücher
Die Dinge, die die Welt ausmachen, beginnen immer ganz klein und so rät er dazu, den kleinen Dingen eine Chance zu geben, groß zu werden. Sein Poesie-Band  "Das kleine Glück" vermittelt die Erkennnis, an das Kleine Glück zu glauben, es zu suchen und zu finden - um es großartig zu empfinden. Bedeutung bekommt es erst durch Geschrei.

Im Titel "Ein Samenkorn mit Zuversicht" verbindet er die Sympathie für das Kleine mit der Weisheit der Fabel, mit tiefgründigen Gedichten und zauberhaften Bildern. Seine "nackten Tatsachen" fasst er in seiner Autobiografie zusammen, ergänzt sie in 3 Bänden namens "Frei Körper Kolumnen" und gibt der Nacktheit seiner Bilder den Rahmen eines seiner 2.000 Aphorismen "Wer nackt Würde zeigt - gibt sich keine Blöße".

Seine einfühlsamen Kalender des Jahres 2019 sind schon auf dem Markt; seine kleinen Kunstwerke wie Gedichte-Klappkarten wurden ergänzt und ein Geburtstagsgeschenk ( am Oster-Montag wird er 79), machte er sich selbst mit dem Kalender "Licht & Schatten". Es ist eine Ode an die Insel Rügen - deren ureigene Schönheit er in großer Gefahr sieht.Seine Bücher "Jenseits der Hast" und "Von Zeit zu Zeit" sind ein Appell an die Stille (bevor der Mensch im Lärm versinkt) und die Bücher "Gegen den Strom" und "Gnadenlos" treffen den Kern (der hohen Herrn), in denen die Masken der Obrigkeit u.a. "Durchlauchten" für einen Moment "gelüftet" wurden. Der Humor, die Besinnlichkeit und Ästhetik kommen bei Klaus Ender nie zu kurz .
Bildbände mit Gedichten, sie regen zum Nachdenken an...
A propos "Durchlaucht" - wenn Klaus Ender im Frühling unsere Insel durchstreift, gehört der Putbusser Park zu den auserwählten Orten - und der blühende Bärlauch zu seinen Inspirationen in Wort & Bild. Hätte es seine "Durchlaucht", den Fürsten von Putbus nicht gegeben, gäbe es die Stadt, das Theater, die Kirche, den Park u.v.m.nicht. Seine Hoheit verlieh der Region Putbus durch sein Kunstverständnis, seine Ideen und sein Wirken ihren Glanz. 

Heute ist der Park durch ein ein Gewächs in aller Munde, das einen schweren Duft ausstrahlt, der mit Zwiebel, Knoblauch und Lauch verglichen wird. Jeder Koch schmalzt mit der Zunge und jeder Fotograf bekommt feuchte Augen, wenn er unter Jahrhunderte - alten Buchen inmitten der Sterne übersäten, weissen Blüten steht. Daher  wird es Zeit, seiner "Durchlaucht" zu gedenken, der Großes für die Insel geleistet hat. Und da wir inzwischen alle wissen, dass "Marmor, Stein und Eisen bricht", geben wir dem Bärlauch die Chance, noch Jahrhunderte den Namensgeber des Parkes zu ehren. Wer sich dem Fürsten verbunden fühlt, wer mit Bärlauch ein 4-Sterne-Menü kreiert, wer faszinierende Bilder malt oder fotografiert, wer dem Bärlauch huldigt, wer Gedichte über ihn verfasst, der sollte zum steten Gedenken an Fürst & Lauch mit seiner "Durchlaucht" angesprochen werden.

Doch Ender wäre nicht Ender, wenn er nicht an seinen Erfahrungen Teil haben liesse. Bücher wie "Jenseits der Hast" oder "Gegen den Strom" geben den Lesern genauso einen "Kompass" im Sinne der Bestärkung des eigenen Tuns, wie "Das kleine Glück". Sie sind also Begleiter im Alltag, wie die Kalender mit der Natürlichkeit von Mensch und Landschaft oder die Karten für jede Gelegenheit*. Nun, Klaus Ender ist eben ein Skipper für alle Fälle...


Danke!

Weitere Informationen zu Klaus Ender

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*) Klaus Enders Bücher, Kalender, Karten u.v.m. gibt es u.a. im Bergener "InselGenuss" in der Gingster Chausee 6e oder im guten Buchhandel.