Samstag, 31. März 2018

Protestdemo statt Osterspaziergang

Der Lohmer Jörg Buritz begrüßt die Gäste der Protestkundgebung am Königsstuhl
Königsstuhl (SAS). Bereits am letzten Wochenende hatten Rüganer auf das "Sorgenkind Rügen" aufmerksam gemacht, als sie in aller Frühe auf dem Königsstuhl ein Transparent "Rügen - Rette Deine Insel!" ausrollten und so für erste Furore in den sozialen Medien sorgten. Nun folgte also die bereits am letzten Sonntag angekündigte "Protestdemonstration für den Erhalt der Treppe am Königsstuhl". 
Der Widerstand gegen den Rückbau des Abstiegs am Königsstuhl kommt aus allen Teilen der Insel
Gekommen waren diesmal geschätzte einhundert Bürger. Sie kamen trotz eisiger Kälte aus allen Teilen der Insel; darunter auch viele Mitglieder von Bürgerinitiativen. Federführend waren bei der Veranstaltung jedoch die Lohmer Bürger. Sie hatten bereits frühzeitig auf die Probelematik des Abstiegs am Königsstuhl hingewiesen, denn der naturnahe Tourismus spielt für die Jasmunder Gemeinde eine ganz wesentliche Rolle.

Die Unterschriftensammlung für den Erhalt des Abstiegs am Königsstuhl geht unvermindert weiter
Der Protest für den Erhalt der Treppe am Königsstuhl stand deshalb auch im Mittelpunkt vieler Wortbeiträge der Protestdemonstration. Dabei waren nicht nur Reden oder eine juristische Einordnung zu hören, sondern auch Verse. Letztere u.a. vorgetragen von dem Lohmer Burkhard Rahn und dem Fotografen und Autor Klaus Ender. Außerdem überbrachte auch Frieder Jelen Grußworte der Bürgerinitiativen der Insel und machte in diesem Zusammenhang auf weitere Mißstände aufmerksam. 


Sicher liesse sich noch vieles über über den Inhalt der Wortbeiträge sagen. An dieser Stelle sollen jedoch einige der Redner auszugsweise - aber selbst! - zu Wort kommen:


Abschließend wollen wir das Gedicht von Burkhard Rahn aus Lohme noch einmal an dieser Stelle in seinem ganzen Wortlaut wiedergeben:

Geschichten um den Königsstuhl - Teil I

Ein Weg hinab zum Ostseestrand,
der 200 Jahre möglich war.
Bis ein Minister 2016 befand:
Die Menschen da unten sind in größter Gefahr.

Ein Zufall ihm zur Hilfe kam:
Ein Baum fiel auf die Treppe rauf.
Sofort man dies zum Anlass nahm,
so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Am Anfang tat man noch,
als wenn es nicht für immer sei.
Eine gute Lösung würde gesucht,
dann wär der Abstieg wieder frei.

Zwei Sommer lullt man alle ein,
dann gibt man die Entscheidung kund:
Der Abstieg wird nie wieder sein,
Ihr werdet’s nicht ändern - drum haltet den Mund!

Die Gefahr dort am Strand
sei ganz stark gestiegen.
Doch es liegt auf der Hand,
dass sie uns belügen.

Ins Zentrum sollen alle rein,
und nicht am Strand rumlaufen.
Natur umsonst, das kann’s nicht sein,
Ihr sollt ne Eintrittskarte kaufen!

Strandabstieg und Viktoriasicht -
Was habt ihr denn davon?
Wir bieten euch ne Ausstellung,
und bald noch eine Brücke aus Stahl und Beton.

Doch ist der Ruf erstmal dahin,
dann hilft auch kein Beteuern:
Ihr hättet Gutes nur im Sinn.
Das Fazit ist: Die Natur wird versaut, und das mit unseren Steuern!

Doch die Natur gehört nicht Euch allein
und Ihr könnt eines nicht verhindern:
Zur Sperrung des Abstiegs sagen wir: NEIN!
Denn wir wollen, dass auch unsere Enkel dort noch hinunter gehen,
und das mit ihren Kindern.

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Weiterführende Informationen zum Thema auch in diesen Beiträgen:
Mahnung vom Königsstuhl: Rette Deine Insel! (1)
Mahnung vom Königsstuhl: Rette Deine Insel! (2)