Freitag, 23. März 2018

Werden die Rüganer "verschaukelt"?


Liebe Rüganer,
was haben die in Schwerin bloß gegen Rügen? Oder will man uns wieder mal "verschaukeln"? Diese Fragen könnte man sich stellen, wenn man sich mit den Einheimischen von Jasmund unterhält...

Denn von ihnen bekommt man die verrücktesten Geschichten zu hören, wenn man sich erkundigt, wie es denn um die "Erhaltungsbemühungen" der vergangenen Jahrzehnte im Nationalpark Jasmund bestellt ist: Um die "Natur Natur sein lassen" zu können, so erzählen sie dem Fragenden unverhohlen, hätte sich "der Mensch" ganz tüchtig ins Zeug gelegt. Erst, um das Entwässerungssystem im Nationalpark restlos zu zerstören; was das "Menschen-Ziel" hatte, wieder eine "Urnatur" zu schaffen. Dann, um diese "Rolle rückwärts" noch etwas zu beschleunigen, wurden von Menschenhand gezielt Bäume "herausgesägt", die das nun anfallende Wasser vielleicht noch hätten kompensieren können. Jetzt wäre er aber da: Der  "Wald-Salat". Denn im Ergebnis werden nun noch weitere Bäume aus dem Nationalpark "herausgesägt". Allerdings handelt es sich dabei um einige hundert Bäume, deren Standsicherheit (in Folge der von innen fressenden "Fäule" durch die so erzeugte Feuchtigkeit), nicht mehr gegeben ist. Das Fazit der Einheimischen? Zwar wurde die seit Jahrhunderten forstwirtschaftlich genutzte Stubnitz bereits 1929 (!) unter Naturschutz gestellt. Doch so viel Zerstörung und Raubbau an der Natur, wie sie hier in den letzten Jahren durch "den Mensch" vollzogen wurde, ist bislang beispiellos. Warum man nicht "Natur Natur sein lassen" kann? - Die abgegebenen Erklärungen würden eher an eine Ideenlehre (wie im Sozialismus) als an Naturschutz erinnern. Aber mit den Rechtfertigungen, so die Einheimischen, kenne sich der dienstälteste Minister Deutschlands ja bestens aus.
Nationalpark? Wenn aus Buchen "Kleinholz" gemacht wird...
In diesem Zusammenhang wäre man auf die Erklärungsversuche zum millionenfachen Durchgangsverkehr im Nationalpark Jasmund schon gespannt gewesen. Denn schließlich könnte man ja diesen durchaus auf die einheimischen Autofahrer (die ja mit RÜG-Kennzeichen klar zu erkennen wären) beschränken. Doch stattdessen würde man beim Öffentliche Personennahverkehr ja sogar noch einen draufsetzen: Mit alten "Diesel-Schleudern" wird seit Jahrzehnten der Zubringerdienst zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl praktiziert. Aber was wolle man schon auf Rügen verlangen? Unter dem Schlagwort "Urlaub ist unsere Natur" sollen sich bald auch die Binzer Großstadt-Gäste wie zu Hause fühlen dürfen, denn: Unbestätigten Meldungen zufolge, wird es eine neue Linie 27 der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mbH (VVR) geben. Diese trägt dann die Abgase in regelmäßiger Taktung direkt in den Badeort hinein. Bei den sommerlichen Staus im Ostseebad könnten die beiden Bürgermeisterkandidaten also das Thema der "Umweltverbotszonen" in den gegenwärtigen Wahlkampf gut einbringen. oder? Dann werden sich auch die Binzer ihre Bäuche halten können. Mit dem sogenannten "Saubere Luft"-Plan eines Wahlkampfprogrammes liesse sich vielleicht die neue VVR-Linie gleich wieder in die Mottenkiste verweisen. Versprochen ist versprochen. Welche Lösung man ankündigen könnte? Busse des öffentlichen Nahverkehrs werden noch vor Ort stillgelegt und aus dem Seebad geschleppt. Alles, was Recht ist...
"Klobrille" oder "Bau eines Wahnsinnigen"? - Die Meinungen zum umstrittenen Bauwerk sind vielfältig
Doch zurück zum Nationalpark. Wenn man bösen Zungen glauben mag, wird das "Steg"-Projekt (gemeint ist die sogenannte "Schwebebrücke am Königsstuhl"), wofür nun ein etwa 40 Meter hoher "Phallus" den 118 Meter hohen Königsstuhl schänden soll, nur durchgeführt, damit das Nationalparkzentrum nicht "pleite" geht. Selbst wenn das nicht stimmen sollte (man schmeißt ja nicht gutes Geld schlechtem hinterher!), so ist doch vieles daran fragwürdig. So liegt bei diesem auch für den Tourismus sensibelsten Punkt der Insel die Bürgerbeteiligung am Projekt bei "0". Wenn man also den Aussagen einiger Bürger dazu, die gut informiert zu sein scheinen, trauen darf, dann ist dies auch gar nicht mehr notwendig. Schließlich wurde ja schon alles in den Hinterzimmern "ausgewürfelt". Wie sie offen mitzuteilen wissen, würde die Stadt Sassnitz fornal nach außen in die Rolle des "Bauherrn" für das neue "Monstrum am Königsstuhl" schlüpfen. Sie dürfte dann auf eine 90 %ige Förderung durch das Land hoffen und weil die Stadt Sassnitz selbst nicht einmal das Geld für die Eigenmittel haben würde, griffe auch hier noch einmal das Land (diesmal eben nur aus einem Topf des Innenminsteriums - ein "Hoch" auf den kreativen "Förder-Sozialismus"!) dem klammen "Möchtegern"-Bauherren unter die Arme. Anschließend würde der "Kuhandel" dann auch noch dadurch abgerundet werden, das man den Königsstuhl (Wem gehört der eigentlich, dass man so mit ihm herumschachert?) samt "Phallus" und "Schwebebühne" an das Nationalparkzentrum "übereignet", um die gemeinnützige GmbH, die sich eigentlich selbst tragen sollte, mit zukünftigen Einnahmen daraus speisen zu können. Und das, obgleich die "Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL Sassnitz gemeinnützige GmbH" laut einer Tageszeitung zu 90% dem WWF (World Wide Fund For Nature) gehört, die laut Kritikern mit den "schlimmsten Umweltsündern des Planeten" zusammenarbeiten. Wenn man das alles so hört, scheint nur noch offen zu sein, wer bei der Einweihung das Band durchschneidet. Allerdings kursieren da auch schon Vorschläge: Dr. Angela Merkel, Till Backhaus und Frank Kracht. Damit wäre also auch die "Königsfrage" geklärt, oder?
Umstrittene WWF: Muss man (um den Preis der Schändung des Königsstuhls) diese Stiftung mit Steuergeldern päppeln?
Übrigens: Wir glauben diese ganzen vorgenannten bösen Gerüchte natürlich nicht! Wir glauben auch nicht, dass eine Politik, die den Interessen der Bürger verpflichtet ist, die Fördermittel in Gießkannen durchs Land trägt, um "Landschaftspflege" oder Wahlkampf zu betreiben. Das wäre genauso ungläubwürdig, als würde man erzählen, dass Russen keine Lebensversicherung mehr in England kriegen würden. Und darum glauben wir erst recht nicht, dass man uns Rüganer wieder nur "verschaukeln" will. 

Hans Hegel

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