Montag, 28. Mai 2018

Bürgerentscheid zur Schwebebrücke Königsstuhl


Norbert Dahms und Mirko Frost haben heute etwa 800 Unterschriften an die Stadt übegeben
Sassnitz (SAS). Heute wurden von Norbert Dahms und Mirko Frost, stellvertretend für die vielen Sammler und Unterzeichner des Bürgerbegehrens für einen Bürgerentscheid über die Schwebebrücke am Königsstuhl, 795 Unterschriften auf 94 Listen um 9.30 Uhr an den Sassnitzer Stadtpräsidenten Norbert Thomas (CDU) übergeben. 

Wie Norbert Dahms vor der Übergabe betonte, habe er bei seiner Zählung im Vorfeld alles großzügig abgezogen, was anfechtbar gewesen wäre. Zudem befinden sich noch viele weitere Listen im Umlauf. Diese sollen später mit den Unterschriften der kommenden Wochen nachgereicht werden. Eine Sammlung ist dabei noch bis zu dem Zeitpunkt möglich, bis das Bürgerbegehren auf die Tagesordnung der Stadtvertretung gesetzt wird. Das Zeitfenster zur Sammlung wurde nun auch noch einmal aufgestoßen, weil eine Prüfung bis zur nächsten Stadtvertretersitzung am 19. Juni 2018 von Seiten der Stadt Sassnitz nicht zu schaffen sei.

Mit der weiteren Sammlung möchten die Sassnitzer und ihre Mitstreiter aber nicht nur den Bürgerwillen zur Mitsprache unterstreichen, ob die Schwebebrücke am Königsstuhl kommt oder nicht, sondern auch den Start des Bürgerentscheids zu 120% "wasserdicht" machen. "Lieber zu viel als zu wenig!" meinte dazu auch Mirko Forst. Zwar ginge der Königsstuhl, das Wahrzeichen der Insel, alle Rüganer etwas an, nun hätten aber nur noch die Sassnitzer die Möglichkeit zur Einflußnahme. 

Grund dafür ist das alleinige Vorantreiben der Pläne zu einer Schwebebrücke am Königsstuhl durch die Stadt Sassnitz und die Tatsache, dass eine Umsetzung der Schwebebrücke nur mit dem dafür notwendigen Baugrund erfolgen könne. Der Bürgerentscheid biete dabei allerdings die Möglichkeit, den Baugrund dafür zu entziehen und so die Planung scheitern zu lassen. 

Wie am Mittwoch letzter Woche bekannt wurde, könnten zudem von der Baumaßnahme für die Schwebebrücke bis zu 18 Bäume betroffen sein. Das bestätigt die Befürchtungen vieler Unterzeichner, die in der Planung nicht nur einen massiven Eingriff in die Natur sondern auch "eine Schändung des Naturdenkmals und Wahrzeichen der Insel" sehen. Erst am Wochenende demonstrierten an die 170 Bürger für die Wiedereinrichtung des Abstiegs am Königsstuhl und wandten sich in Redebeiträgen gegen die schwebende Plattform. Kritik erfuhr auch die Rolle des umstrittenen WWF innerhalb des Nationalparkzentrums, da der Bildungsauftrag beim Land und nicht bei einer ausländischen Stiftung liege.