Samstag, 26. Mai 2018

Die Qual der Wahl...

Liebe Rüganer,
am Sonntag haben wir wieder die Qual der Wahl. Also quälen wir uns...
Viele Entscheidungen wurden uns bereits abgenommen. Zum Beispiel zwischen Bergen und Sassnitz: Da geht es nur noch über Karow. Oder am Königstuhl, wo die Sperrung des Abstiegs alternativlos ist, wie Schwerin meint...
Bergen - Sassnitz? Es geht nur noch über Karow
Wer sich damit nicht abfinden will, ging heute in Sassnitz demonstrieren. Weil: Wenn man keine oder keine echte Wahl hat (wie bei der Bürgermeisterwahl in Binz) dann bleibt einem nur selbst eine Wahlmöglichkeit zu schaffen, sonst braucht man sich nicht wundern, wenn alles bleibt, wie es ist.

Nachdem die Sassnitzer Stadtvertreter sich von Unterschriftensammlungen nur wenig beeindruckt zeigten, werden nun von Bürgerentscheiden oder Gerichten Tatsachen geschaffen. An diesen kommen auch die, die eigentlich die Bürger vertreten sollen, nicht mehr vorbei. Es ist ganz zweifellos so, dass diejenigen, die zu Recht die Abstimmung der Bürger oder die Entscheidungen von Gerichten fürchten gute Gründe dafür haben. Sie wissen offensichtlich selbst, das das, was im "stillen Kämmerlein" ausgekungelt wurde, keinen Anspruch auf Bestand hat.

Kein Abstieg am Königsstuhl? Wer sich damit nicht abfinden will, ging heute zur Demo in Sassnitz
Der Unmut darüber, was über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wurde, lässt sich auf der Insel messen: Nie gab es mehr Bürgerinitiativen als heute! Sie haben dort den Kampf aufgenommen, wo NABU, Insula Rugia oder Tourismusverband längst sprach- oder konzeptlos geworden sind. Ihre verzweifelten Versuche, das Heft des Handelns wieder an sich zu ziehen, entbehren dabei nicht einer gewissen Komik.

Von den Parteigängern ganz zu schweigen: Eine Kanzlerin, die sich nur mit ihren Genossen zum Grillen trifft, wird hier wohl kaum noch den "Puls der Zeit" fühlen. Längst haben die Parteisoldaten den Boden unter den Füßen und die Volksparteien das Volk verloren. Das ist nicht neu! Denn: Zwei Mal haben uns Parteien in Diktaturen geführt. Beide - die NSDAP und die "gehäutete" Linke (bis 1990 SED, bis 2007 PDS) - waren von ihren Lösungen so überzeugt, dass sie am liebsten 1000 Jahre oder gesetzmäßig für immer regiert hätten. Erst machten diesen "Weltverbesserern" die Siegermächte, dann die Arbeiter und Bauern den Garaus.

Der nun entstandene "aufrechte Gang" soll dabei den Bürgern am besten wieder ausgetrieben werden. Die Einigkeit wird in Frage gestellt, dem Recht nur wenig Respekt gezollt und die Freiheit beschnitten. Wer dagegen aufbegehrt, sein Recht einfordert, muss sich schon mal eine "negative Diskussion" vorwerfen lassen, die ein Bild erzeugen würde, das es so gar nicht gibt. Vielleicht ist es aber auch so, dass die, die sich für unfehlbar halten, gar nicht mehr in der Lage sind ihr eigenes Handeln zu erkären und sich deshalb dem Diskurs versagen. Längst sind die politisch Etablierten in ihren abgekapselten "Echokammern" in die Sackgasse geraten, weil sie ihren Kompass verloren haben.
Steffen Ulrich: Ein Bürger will Sachpolitik mit vernünftigen Lösungsansätzen machen
Darum ist es wichtig sich weiter zu quälen. Die Wahlfreiheit fällt nicht vom Himmel, die Mitsprachemöglichkeiten und Bürgerrechte müssen längst verteidigt werden gegen eine Gruppe, die sich zwar als Elite gibt, aber offensichtlich nur tiefe Verachtung vor dem Bürger hat. Gute Gründe keine Parteien sondern Bürger zu wählen!

Hans Hegel

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