Freitag, 25. Mai 2018

Gute Nachrichten: Die Bahn kommt!

Der Stettiner Hauptbahnhof an der Oder wird noch besser erreichbar
Barth / Stettin (PA). Gute Nachrichten gibt es derzeit bei den Schienenprojekten an der pommerschen Küste zu melden. So wurde in dieser Woche bekannt, dass der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer (CSU), die Pläne zur Reaktivierung der Darßbahn unterstützen wird. Eine weitere gute Nachricht betrifft die Bahnverbindungen nach Stettin.

Doch zunächst zur Darßbahn: Bereits im letzten Jahr, hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angekündigt, dass es von Seiten des Landes Gespräche mit dem Bund zu diesem Verkehrsprojekt geben werde. Nachdem nun auch vom neuen Bundesverkehrsminister Scheuer "grünes Licht" gegeben wurde, erklärte auch der scheidende Landrat Vorpommern-Rügens, Ralf Drescher (CDU), dass die Weichen für die Darßbahn jetzt unverzüglich vom Land gestellt werden müßten.

Eine weitere gute Nachricht betrifft die Bahnverbindung zwischen Berlin und Stettin. Die etwa 135 Kilometer lange Strecke von der Hauptstadt zum Hauptbahnhof der Oder-Metropole wird wahrscheinlich schon bis 2023 zweigleisig und voll elektrifiziert in Betrieb genommen. Auch sie hat - wie die Darßbahn - eine lange Verkehrstradition: Vor 175 Jahren wurde sie eingeweiht und gilt so als eine der ältesten Schienenverbindungen Deutschlands. Der auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens zwischen Berlin und seiner Hafenstadt Stettin bereits bis 1873 zweigleisig  ausgebaute Netzstrang wurde 1945 in Folge der Grenzziehung und der Reparationsleistungen (an die damalige Sowjetunion) nach dem zweiten Weltkrieg um ein Gleis reduziert. Erst in den 80er Jahren fand dann wieder ein Ausbau der Bahnstrecke statt. Allerdings wurde damals nur der Abschnitt Berlin - Passow elektrifiziert. 

Nach massiven Protesten - es gab Petitionen, Briefe an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU), an den Bundestag sowie bei Beschwerden bei der Deutschen Bahn AG - wurde nun auch für die Strecke Passow - Stettin der weitere Ausbau mit einem zweiten Gleis und eine Elektrifizierung signalisiert. Das damit das Umsteigen von Reisenden auf der Strecke Stettin - Berlin in Angermünde auf lange Sicht ein Ende hat, wird auch die weiteren Perspektiven für Brandenburg und die pommersche Ostseeküste bestimmen. Amtsdirektor Frank Grotzmann aus dem pommerschen Gartz, welches heute zum Land Brandenburg gehört, fällt bei den jüngsten Meldungen ein Stein vom Herzen. Wie er einer lokalen Zeitung mitteilte, erwarte er nun eine komplette Neuausrichtung des Nahverkehrs in Richtung Nordosten. Seine erste Reaktion auf die gute Nachricht? "Wir sind froh und glücklich..."

Das eine Strecke, die der preußische König einst zweigleisig bauen ließ, endlich wieder zurück in ihren Verkehrsfluß findet, dürfte für viele Bahnfreunde und -reisende eine Selbstverständlichkeit sein. Wie einige Reisende auf Nachfrage mitteilten, gebe es einen hohen Bedarf auf dieser Strecke. Vielleicht, so äußerten sie dabei, könne man schon wieder zwischen Stettin und Berlin in etwa einer Stunde reisen. Zudem gebe diese politische Entscheidung, die dem Unmutsbekundungen der Bürger folgte, Hoffnung auf weitere positive Entwicklungen.

Blick in den modern ausgebauten Stettiner Hauptbahnhof