Dienstag, 19. Juni 2018

Königsstuhl: Bis die "Bombe" platzt...


Liebe Rüganer,
eigentlich war alles so gut durchdacht: Wenn um 17 Uhr die Stadtvertretersitzung in Sassnitz beginnt, bleiben genau noch drei Stunden Zeit bis das Länderspiel Russland gegen Ägypten startet. Und da Norbert Benedict (SPD) nicht teilnehmen würde, rückte wohl auch diese Direktübertragung der Weltmeisterschaft gedanklich in greifbare Nähe...

Doch so einfach sollte man es auch den Sassnitzer Stadtvertretern  nicht machen: Deswegen wollen wir heute (noch vor der Stadtvertretersitzung!) ein paar Informationen preisgeben, die in den letzten Stunden durchgesickert sind. Sie sollten die Sassnitzer Stadtvertreter dazu umtreiben, ihre heutige Sitzung ernst zu nehmen, denn die Sassnitzer Bürger können sie als Bewerbung für eine weitere Wahlperiode ansehen.

Also lassen wir die Bombe platzen:
Heute wurde bekannt, dass die Stadt Sassnitz längst die Planungsleistung für die Schwebebrücke am Königsstuhl, die auch liebevoll "Klobrille" genant wird, an ein Berliner Büro vergeben hätte. Für etwa 290.000 EUR!

Man hat sogar schon einen konkreten Zeitplan:
Bereits in diesem Monat sollte, so möglich, mit der umgehenden Bearbeitung begonnen werden. Die Planungsleistungen und die Ausschreibung der Bauleistungen sollen inklusive aller Abstimmungen dann bis zum 31. Dezember 2018 erledigt sein, damit man im Frühjahr 2019 schon die Baustelle für die Schwebebrücke am Königstuhl einrichten könne.

Im Auftrage der Stadt handelte dabei die BIG Städtebau GmbH. Das ist das Städebausanierungsunternehmen, welches bis heute keine seeseitige Ansicht von der Schwebebrücke am Königsstuhl präsentieren konnte. Als umstritten gelten auch die von dem Städebausanierungsunternehmen bereits in Umlauf gebrachten Ansichten zu dem "Monstrum". So wird angenommen, dass die gewählten Perspektiven und die verfälschte Dimension des Pylons bewusst die Betrachter täuschen sollen. Das mag aus Sicht der BIG Städtebau GmbH verständlich sein; hier geht es um viel viel viel Geld, dass sich am Königsstuhl schneller verdienen lässt als im Sassnitzer Hafen.

So wird der Bürgerentscheid (egal ob die Stadtvertreter ihm nun zustimmen oder ihn ablehnen) zur totalen Nebensache. Es gibt andere und weit brisantere Fragen zu stellen. Das ist allerdings die Aufgabe der Stadtvertreter.

Ich werd mich nun zu meinen Freunden begeben, wir sehen ab 17 Uhr das Spiel Polen - Senegal an. Daran, wie lange heute die Stadtvertretung tagt, werde ich beurteilen, ob den Stadtvertretern Fußball wichtiger ist als unsere Stadt. Übrigens die Uhr läuft für sie runter (um in der Sprache des Fußballs zu bleiben). Den Spielführer müssen wir aus meiner Sicht zur nächsten Halbzeit auswechseln. Wer dann noch auf dem Platz steht, werden wir sehen...

Sport frei!

Hans Hegel


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