Samstag, 9. Juni 2018

Rügen als verkehrsberuhigte Zone

Liebe Rüganer,
in der nächsten Woche startet die letzte Phase eines gigantischer Feldversuches, an dem alle Einheimischen und Gäste teilnehmen dürfen. Um den Verkehrsfluß auf der Insel endlich zu beruhigen, wurden gleich mehre ihrer Hauptschlagadern abgebunden.

Lange wurde auf dieses Experiment hingearbeitet: Begonnen hatte es mit der Sperrung der Straße zwischen Bergen und Sassnitz, wodurch sich der Verkehrsfluß auf einer einzigen Strecke über Karow konzentrierte. Dann wurde der touristische Abfluß des Verkehrs über Sassnitz in Richtung Hagen auf die Verbindung über Sagard umgelenkt. Anschließend konnte auch der Verkehrsfluß über die Rügenbrücke auf die Insel weiter gedrosselt werden, womit sich nun der Verkehr auf dem Rügendamm konzetriert. Ab Montag treten wir nun in die Schlußphase des Experiments ein. Endlich wird auch die alte Bäderstraße im Bereich Putbus / Kasnevitz gekappt (schon zuvor erfolgten Testversuche bei Lancken-Granitz).

Die Verkehrsberuhigung findet in Richtung Stralsund...
Der Aufruf sich an dem Feldversuch zu beteiligen, sollte nicht ungehört bleiben! Alle, Einheimische und Gäste, sind in der nächsten Woche gleichermaßen aufgerufen, sich wagemutig ins Getümel zu stürzen und mitzumachen. Denn die nächste Woche steht auf Rügen unter dem Motto: "Wandern wir mal!" Wer dann in die verkehrsberuhigten Zonen der B96n einfährt, sollte das Auto einfach seitlich am Fahrbahnrand parken, damit den Rettungskräften noch eine Gasse bleibt. Wertsachen, Lunchpakete und Thermoskanne können bequem im Rucksack verstaut werden. So gerüstet, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich streßfrei und ohne Hektik auf Schusters Rappen zum Ziel ihres Ausflugs zu begeben. Autos erhalten während der Parkdauer übrigens keine Strafzettel und werden auch nicht abgeschleppt. Stattdessen liefern sie wichtige Erkenntnisse für den Erfolg des Experiments. So soll u.a. der Blechabstand zwischen den Fahrzeugen vermessen werden, um auf soziale Kontakte zwischen den einzelnen Fahrzeugführern zu schließen.

Die B96n könnte (Wenn alles gut geht!) zur größten verkehrsberuhigten Zone der Welt werden. Ja, es könnte, so spötteln einige Rüganer bereits, sogar die Idee unserer "Inselexperten" sein; immer auf der Jagd nach neuen Rekorden, wenn sie nicht gerade zu den entscheidenden Themen schweigen oder andere Meinungen 1:1 übernehmen. Doch sie sollen bereits dementiert haben. Klar! Zu schwach an Einfluß, um gehört zu werden...
...und in Gegenrichtung statt.
So schießen die Spekulationen weiter ins Kraut. Ob es sich bei diesem Feldversuch vielleicht um eine Initiative des WWF handeln würde, der sich mit der Absenkung des Schadstoffausstosses auf der Insel einfach mal wieder positiv in Szene setzen will? Grund Genug hätten sie, um Abbuße zu leisten. Und überhaupt: Der Waldfrevel auf Jasmund, bei dem hunderte Bäume abgeholzt wurden, müsste  ja theoretisch als Ausgleichsmassnahme die Stillegung des Verkehr auf der Insel Rügen nach sich ziehen. Nur eine der gefällten Buchen von etwa 35 Metern Höhe, war in der Lage 1,7 Kilogramm Sauerstoff pro Stunde zu liefern. Genug um 50 Menschen die Atmung zu ermöglichen.

Wie verrückt muß man sein? Aber: Noch ist Zeit zum Umdenken!
Denn wenn es so weiter geht, bleiben uns nur die Rettungsboote in Richtung Schweden...

Hans Hegel

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