Freitag, 15. Juni 2018

Sakrileg: Heute vor 850 Jahren fiel Arkona...

Wie auf Arkona kam es auch bei der Feste Charenza zum Sakrileg
Kap Arkona (PA). Heute, vor 850 Jahren fiel die Burg Arkun, jene Kultstätte in der Swantevit verehrt wurde, nach einer etwa vierwöchiger Belagerung durch den dänischen König Waldemar I. Was am Ende des 5. Jahrhunderts unter dem Merowinger Chlodwig begann, fand nun in den „Wendenkreuzzügen“ gegen die Ranen und dem Vergehen (Sakrileg) an den heiligen Stätten am Kap Arkona einen erneuten Höhepunkt. Das Ereignis, an das heute nur noch wenig bis gar nicht erinnert wird, beschrieb die „Knytlinga Saga“ übrigens mit den folgenden Worten:

„Da sagte der König zu Sóne Ebbason und einigen Männern bei ihm, sie sollten in die Burg Arkun gehen und zu den Götzentempel, der dort war; und er gebot ihm, den Götzen nieder zu hauen, der Swantvit hieß und aus der Burg herauszubringen und alles aus dem Götzentempel zu nehme, was Geldes wert war. Aber die, die in der Burg waren, wagten es nicht, ihn herauszubringen, und sie fürchten sich sehr vor seinem Zorn. Da gingen Bischof Svein und Sóne Ebbason hinzu und hieben das Götzenbild nieder; Darauf warfen sie ihm einen Strick um den Hals und zwangen die Ranen selbst, ihn herauszuziehen. Aber als er draußen war, wunderten sich alle Heiden, daß er nicht im Stande war, sich selbst zu helfen, und glaubten an ihn nicht mehr so wie vorher. Darauf gingen die Männer hin und hieben ihn in Stücke und verbrannten ihn unter ihren Kesseln. Da sahen die Ranen, daß sie betrogen waren, und glaubten von nun an nicht mehr an ihn.“   

Bis heute bewogen die Rügenschen Burgwälle, vor allem die von Arkona und Garz, immer wieder Forscher zu Untersuchungen. Unter ihnen finden sich bekannte Namen, wie Otto Fock oder Carl Schucchardt. 

Kein Wunder! Denn mit dem 15. Juni 1168 verband sich auch die beginnende Christianisierung. So kann man noch heute im benachbarten Altenkirchen beispielsweise die älteste pommersche Kirche entdecken. Neben dem Ende der Herrschaft der Priester begann auch die Bedeutung der Fürsten von Rügen zu steigen.

Tetzlaw, der Bruder von Jaromar (welcher auch als König der Ranen Erwähnung fand), soll im Anschluß an den Fall von Arkun, auch den Hauptsitz Charenza mit den dortigen Heiligtümern kampflos an die Dänen übergeben haben. Die Anerkennung der Lehnshoheit des dänischen Königs sicherte dem rügenschen Fürstenhaus die Macht.

Der Svantevit - Kult nach einem Stahlstich von 1850