Freitag, 8. Juni 2018

TV-Tipp: Über den Wolken von Rügen...

Prora: Als KdF-Seebad geplant, späterer als Militärstandort genutzt (© NDR/Matthias Vogler)
Güttin / Rügen (IF). Für die Sendung "Nordstory" ist ein Kamera-Team in eine Antonow AN-2, den größten im Einsatz befindlichen Doppeldecker der Welt, gestiegen. Es geht hinauf in die Lüfte zu einem  Rundflug über Rügen. Zuvor wird aber noch das Güttiner Flugplatzfest besucht.

Richtig schwindlig kann einem schon beim Zuschauen werden: Wenn die Kamera mit dem Flieger durch die Wolken steigt. Zunächst mit der "Pitts". Mit ihr geht es dann auch nach Güttin auf Rügen. Dort sind bereits die Modellflieger am Abheben. Die Mitglieder der Stralsunder "Flying Devils". Sie lassen sich ihr Hobby schon mal einen vierstelligen Betrag kosten. Mit dabei: Der Insulaner Andreas Meyer. Sein Hughes 500 ist eine "Symbiose" aus dem Ferarri und dem Hubschrauber der Serie "Magnum". Die Kosten des Bausatzes? Etwa 1.500, EUR. Eines ist bereits nach wenigen Minuten klar: Hier sind Flugbegeisterte!

So geht es vielen Gästen im Vorfeld des Flugfestes von Güttin. Das vor dem Flug aber die Sicherheit steht, ist auch klar. Also gibt es noch die Kontrollen an den Flugzeugen vor dem Briefing. Längst läuft der "Countdown". Und auch die Spannung steigt. Wieviel Gäste werden kommen? 1.000 Gäste wären gut, damit sich der Aufwand des Flugfestes in Güttin rechnet. Heute geht es also in die Luft, aber: Nicht nur die Flieger steigen auf, auch die Fallschirmspringer. Die, die noch nie gesprungen sind, werden ebenfalls eingewiesen. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen der Kunstflieger. Kai Joppich will heute drei verschiedene Shows fliegen. Die müssen aber zuvor noch einmal genau durchgegangen werden. Kubanische Acht, dann eine Rolle rechts, fallen lassen und auf dem Rücken weiter...

Derweil sind die Fallschirmspringer schon in die Luft gegangen. Da oben! ...in den Wolken! Der Flieger ist nun bereits auf 3.000 Metern Höhe gestiegen. Von hier oben wirkt Deutschlands größte Insel wirklich klein. Und? Das beste ist der Absprung, so wird es später einer der Springer vom Tandem-Sprung sagen. Das erste Stück absolviert man zunächst im freien Fall, dann nach 1.500 Metern, etwa 30 Sekunden später, öffnet sich der Fallschirm. Natürlich: Runter gekommen sind sie alle! Aber auch die Landung beim Tandem-Sprung glückt perfekt. Nun startet der Kunstflieger.

Derwiel bereitet Johann Roth seine Antonow AN-2 vor. Mit 18,175 Metern Spannweite fliegt er den größten noch im Einsatz befindlichen einmotorigen Doppeldecker der Welt. Dieser ist 44 Jahre alt. Und da auch keine größeren Flieger auf Rügen landen dürfen, ist die Antonow etwas Besonderes. Mit ihr wollen nun auch zahlreiche Gäste des Flugplatzfestes zu Flug Nummer 11. Der Flieger kann leider nur 12 Passagiere mitnehmen, aber die Anzahl der Flüge erklärt schon, wie begehrt diese Flüge über die Insel Rügen sind. Dann hebt der "Traktor der Lüfte" ab. Die Antonow ist robust und darum war sie auch zu DDR-Zeiten im militärischen Einsatz. Mit an Bord: Kai Joppich, der Kunstflieger. Mit maximal 160 km/h kein Vergleich zu seiner "Pitts", die mit etwa 400 km/h durch die Lüfte saust. Der Blick auf die Insel ist dafür bestechend; auch für den Piloten, der sich sonst immer nur auf die Show statt die Schönheit der Landschaft konzentrieren muss.

Am kommenden Sonntag, den 10. Juni 2018, wird das "Spezial" der Sendereihe um 20.15 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen sein. Nicht nur Flugbegeisterte werden dabei auf ihre Kosten kommen.

Die Antonow, der "Traktor der Lüfte" (© NDR/Matthias Vogler)