Dienstag, 5. Juni 2018

Warum wählen?

Das Bild entstand am Strand von Göhren
Ein Gastbeitrag von Dr. Stefan Kerth

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Liebe Rüganer,
am nächsten Sonntag haben Sie die Wahl zwischen zwei sehr verschiedenen Landratskandidaten. Einer steht für ein Weiterso und klare Parteibindung, ich stehe für eine Kurskorrektur, die sich am Bürger orientiert.

Außerdem sage ich: Wir müssen eine klare Vision davon haben, wo wir in 10 bis 20 Jahren stehen wollen. Bereits bestehende Insel-Konzepte einzubeziehen, die nach der Kreisgebietsreform einfach in der Schublade verschwanden, gehört für mich dazu.

Ich weiß, dass Insel-Lagen Insel-Lösungen erfordern. Identität und Heimatgefühl müssen dafür Beachtung finden. Darum muss man jahrhundertelang selbständigen Einheiten eigene Entfaltungsräume belassen. Wer das ignoriert, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Bürger nicht vom „WIR“ sprechen, sondern von „DENEN da oben“ reden.

Deshalb will ich traditionelle Teile unseres Landkreises, wie die Insel Rügen, in ihrer Identität stärken. Das beginnt bei einer vollwertigen Verwaltung in Bergen, die sich am Bürger ausrichtet, und  ließe sich auf Ideen, wie ein Insel-Museum, einen Insel-Rat oder einen Inselbeauftragten erweitern. Entscheidend ist aber, wie weit die Rüganer bereit sind, selbst diese Freiräume zu gestalten.

Wenn der Landkreis nicht reagieren, sondern gestalten möchte, muss er endlich vom Zuschauer zum Motor der Regionalentwicklung werden. Darum muss auch die Hinhaltetaktik bei der Schülerbeförderung ein Ende haben. Ich bekenne mich klar für die kostenlose Schülerbeförderung und einen Neuanfang beim Öffentlichen Personennahverkehr, weil dieser - wie auch die Reaktionen der Bürger in Binz und am Kap Arkona belegen - notwendig ist. Ich werde für eine langfristige Bestandsgarantie aller Schulstandorte eintreten und für Kinderbetreuungsangebote, die den Begriff der "Vereinbarkeit von Beruf und Famile" auch verdienen. Und Wohnraum? Der muss auch bezahlbar sein! Die Pflege und ärztliche Versorgung müssen auf dem Land gewährleistet werden...

Das alles kostet viel Geld und wird bei Bund und Land wenig Begeisterung auslösen.

Überparteilich zu arbeiten und ohne Rücksicht auf die politische Farbenlehre für die Bedürfnisse der Bürger zu streiten, sehe ich als einer meiner Stärken an, die ich in Barth unter Beweis gestellt habe. Es ist notwendig und keineswegs vermessen, in Zeiten höchster Steuereinnahmen Forderungen für die Bürger aufzumachen, damit sich die Städte und Gemeinden des Landkreises langfristig gut entwickeln können.

Und genau das werde ich tun!

Stefan Kerth

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Im Zug der Stichwahl zur Landratswahl am 10. Juni 2018 haben wir beiden Kandidaten die Möglichkeit zu einem Gastbeitrag angeboten, um sich direkt an die Rüganer zu wenden.

Zum Gastbeitrag von Andreas Kuhn

(Die von den einzelnen Autoren veröffentlichten Texte, Leserbriefe und Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder)