Sonntag, 22. Juli 2018

Aus Sorge um die Kanzlerin...


Liebe Rüganer,
der Juli neigt sich dem Ende zu, es ist Sommer und eigentlich hatten alle sie erwartet: Angela Merkel. Nein, nicht auf Rügen! - Gemeint ist Südtirol. Dort, in Sulden im Vischgau, erholte sie sich die letzten Jahre von den Bergen und Tälern der Politik. 

Nun, wo man nicht mehr ganz genau weiß, ob es noch rauf oder runter geht, hat sie Ihren Urlaub also abgesagt. Keine Wanderungen mehr mit Joachim Sauer und auch nicht mit Reinhold Messner. Aber eben auch nicht mit Wladimir Putin, Donald Trump oder Horst Seehofer...

Doch während "BILD" und "Huffingtonpost" noch über den Grund rätseln, erzählte mir ein alter Mann auf Jasmund, was los sei. Es ginge ihr schlecht, ist er sich sicher. Und eine Erklärung hat er auch parat: Ihn wundere das nicht, denn er könne sich noch gut an den Frühsommer des letzten Jahres erinnern. Damals sollte das Michael-Otto-Haus, also die alte Waldhalle, eröffnet werden. Und damit die Kanzlerin nicht zu Fuß laufen müsse, hatte man den Weg dorthin geschottert. Die Sache an sich war schon erstaunlich (schließlich wäre das laut Nationalparkverordnung ja wohl kaum möglich gewesen, oder?), aber sie hatte auch einen Haken: Denn als er am Tag der Eröffnung durch die Stubnitz streifte, kam auch die Kanzlerin mit dem Wagen gerade auf dem besagten Schotterweg vorbei. Er winkte freundlich und meinte bemerkt zu haben, dass das Fenster des Wagens während der Fahrt weit geöffnet gewesen wäre. Ob sie sein Winken erwiderte? Das könne er nicht mehr genau sagen, aber Tage später ist ihm etwas passiert...
Eigentlich wohl kaum möglich, wenn es nach der Nationalparkverordnung ginge, oder?
Irgendwie sagte er sich, könne etwas mit dem Schotter nicht stimmen, bis er schließlich einen Bekannten traf, der ihm dringend abriet, sich bei starkem Sonnenschein auf dem Schotter zu bewegen, denn es könne zu Staub kommen, den man besser nicht einatme. Und in diesem Falle viel auch der Name eines Tieres, das für eine Krankheit stand, aber die würde man ja nur ungern aussprechen. Woanders würde man deshalb ganz sicher solche Wege wässern. Jedenfalls sich der Mann noch gut daran erinnern, dass er ziemlich geschockt gewesen sei. Ob er das genau wisse, fragte er damals seinen Bekannten. Naja, er hätte es zwar auch nur gehört, aber... "Mein Gott!" - dachte da der alte Mann. Und das mitten im Nationalpark!

Als nun die Nachricht vom abgesagten Urlaub kam, viel ihm plötzlich alles wieder ein. So machte er sich wieder auf in Richtung der alten Waldhalle. Schließlich müsse man ja der Sache auf den Grund gehen, wenn dadurch vielleicht bereits Dritte zu Schaden gekommen sein könnten. Also nahm er von dem Schotter des Weges eine Probe. Diese lasse er nun untersuchen und dann werde man ja sehen, ob das stimmt. Ein dicker Hund wäre `s schon. - Nicht nur wegen dem Schotter im UNESCO-Kulturerbe,  sondern auch weil man die Kanzlerin gefährdet hätte. Ein Fall für den Staatsschutz? Vielleicht... Als er noch mal zurückschaute, rief er: "Wenn das stimmt, schick ich das Ergebnis aus dem Labor an die Bild. Und dann müssen sie den Schotter als Sondermüll abfahren. Tonnenweise..."
Ein Bürger macht die Probe... aus Sorge!
Bloß gut, dachte ich, dass er das an die "Bild" weitergibt, denn beim Landratsamt Vorpommern-Rügen braucht man mit solchen Dingen wohl kaum zu kommen. Bis heute ist der Skandal mit den gesprengten Plastikabfällen, die regelmässig an den Strand von Lietzow gespült worden sind, nicht geklärt - trotz Anzeige vor vielen Wochen. Zu erwarten wäre da auch nicht viel, hörte ich kürzlich. In einem anderen Fall sollen bei einem Hotel im Norden Jasmunds Autos über einen langen Zeitraum gewaschen worden sein. Das Abwasser davon sei wohl einfach in die Kanalisation abgefloßen. Und das nicht nur einmal! Eine Dame sagte mir kürzlich, das dazu auch ein Hinweis bei der besagten Behörde eingegangen wäre. Passiert sei aber - soweit sie wisse - auch nichts. Naja, bei den Kooperationspartnern, meinte sie noch... 

Nun kam mir wieder die Kanzlerin in den Sinn. Sie wirkte bereits müde und abgeschlagen als ich sie am Freitag in Berlin sah. Erst mal wolle sie mehr schlafen und das klang schon besorglich. Die "Führerin der freien Welt..." - Wer weiß, was sie bei Ihren Besuchen auf Rügen zu essen und zu trinken bekam? Ob das alles so gesund gewesen war? Eigentlich gibt es ja in Deutschland eine Menge Regeln und Gesetze, aber wenn sich niemand mehr daran hält, kann jeder zum Opfer werden...

Es bleibt die Sorge der "freien Welt" um die Kanzlerin und die um alle Menschen, die "hier gut und gerne leben..."

Hans Hegel

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