Montag, 9. Juli 2018

Der 155. Geburtstag von Fritz Worm

Der Lehrer und Heimatforscher Fritz Worm (1863-1931)
Zu den großen Glücksfällen der rügenschen Geschichte zählt zweifelsfrei Fritz Worm. Der Barther, der am 11. Juli 1863 das Licht der Welt erblickte und 1884 die Prüfung zum Lehrer in Pölitz (nördlich von Stettin) abgelgte, unterrichtete jedoch zunächst in Niepars und Karnin. 

Dann, nachdem man ihn mit einem Artikel in der Stralsundischen Zeitung in Verbindung gebracht hatte, der die schlechten Wohnverhältnisse der Lehrer auf dem Lande kritisiert haben soll, erfolgte 1892 seine "Strafversetzung" nach Alt Reddevitz.  

Wer heute von Alt Reddevitz spricht, kommt dabei an dem Herzogsgrab in der Baaber Heide und seinem Entdecker Fritz Worm nicht mehr vorbei. Auch wenn das Grab heute recht unspektakulär wirkt, so war die 1922 am Wegesrand erfolgte Grabung danach, bei der Fritz Worm sich von den mündlichen Überlieferungen der Einheimischen leiten ließ, ein sensationeller Erfolg, der schon bald über die Insel hinaus wirkte. Immerhin waren hier etwa 40 menschliche Überreste feststellbar, die reichlich mit Beigaben bedacht, einst zur Ruhe gebettet wurden. Das entdeckte Sippengrab machte damals nicht nur Alt Reddevitz sondern auch den Lehrer und Heimatforscher Fritz Worm bekannt. 

Das Herzogsgrab in der Baaber Heide
Allerdings war sein für die Insel so wichtiges Schaffen weitaus umfangreicher als hier darstellbar. Zu seinen Verdiensten zählen u.a. plattdeutsche Geschichten, Erzählungen und Theaterstücke. Zu seinen bekannten Werken zählen heute "För Old un Jung" (1895), die "Mönchgauder Spaukgeschichten" (1898) oder "Ut de Mönchgauder Spinnstuw" (1898).

Welche Bedeutung Fritz Worm hat, wird einem dagegen bewusst, wenn er schon in den vergangenen Jahrzehnten oftmals in einem Atemzug mit den Rügenforschern Rudolf Baier, Ernst Wiedemann oder Prof. Dr. Alfred Haas genannt wird. 

Nachdem er am 1. Oktober 1928 in seinen wohlverdienten Ruhestand ging, blieben ihm nur noch wenige Jahre. Am 3. August 1931 schloß Fritz Worm für immer seine Augen.

Middelhagen: So sah damals ein Klassenraum einer Rügenschen Dorfschule aus