Freitag, 31. August 2018

Bühne frei für eine "Rüganerin"...

Die Pommerngänse stehen im Blickpunkt der diesjährigen Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Foto: Pixabay)
Mühlengeez (PA). Am Donnerstag, den 13. September 2018, wird zur 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung - kurz MeLa - nach Mühlengeez bei Güstrow eingeladen. Dieses Mal wird auch die Bühne für eine "Rüganerin" bereitet - die Pommerngans.

Sie ist das Tier des Jahres auf der seit 1991 jährlich stattfindenden Fachausstellung für Landwirtschaft, Ernährung, Fischerei, Forstwirtschaft, Jagd und Gartenbau, die sich mit weit über 70.000 Gästen in den letzten Jahrzehnten zur größten landwirtschaftlichen Fachmesse in Norddeutschland entwickelt hat.

Wenn man alten Überlieferungen glauben mag, ist die Pommerngans eine sehr alte Geflügelrasse. Schon Fürst Witzlaw III. soll sie im 14. Jahrhundert besungen haben. Und auch der Stralsunder Chronist Thomas Kantzow widmete der "Rügenschen Gänse" in seiner "Pomerania" entsprechend Aufmerksamkeit. Doch ihre Zucht soll noch weit über die 700-jährige Geschichte hinaus reichen. Ihr Zuchtschwerpunkt lag um 1890 im pommerschen Landesteil diesseits der Oder, später breitete sich die Zucht aber in Richtung Hinterpommern bis nach Rußland aus. Dabei dürften auch die Gänsemärkte eine entscheidene Rolle gespielt haben. Schon damals erreichten sie ein Gewicht von bis zu neun Kilogramm, das auch heute noch als Maximalgewicht einer Pommerngans (Ganter) angegeben wird. 1912 wurde die Pommerngans dann als Geflügelrasse anerkannt. 

Neben den bekannten Erscheinungen von grau bis graugescheckt, soll es auch hellblaue Pommerngänse - die "Blauschimmel" genannt wurden - gegeben haben. Ebenfalls sind "Gelbschimmel" überliefert. Und durch die Farbgebung werden sie heute noch unterschieden - in die graue, die graugescheckte aber auch die weiße Pommerngans.

Das die "Rüganerin" eine der beliebtesten deutschen Zuchtgänse ist, hat sicher verschiedene Ursachen: Von Züchtern werden dabei besonders ihre Vitailität und ihre sicheren Brut- und Aufzuchteigenschaften genannt. Zudem wissen sie von einer Vertrautheit mit ihren Tieren zu berichten, die doch einen eigenen Blick auf die Zucht gewährt. Wenn sie beispielsweise von ihren bedächtigen aber eleganten Bewegungen berichten oder ihren Stimmlauten sogar eine Beruhigung für das menschliche Gemüt zuschreiben, dann kann man schon von einer Tierliebe zur Pommerngans sprechen.

Berühmtheit dürften die Pommerschen Gänse wohl durch die Spickbrüste, die gepökelten Brüste und die Keulen erlangt haben. Und auch die Frau des "eisernen Kanzlers", Johanna von Bismarck, dürfte mit ihrem "Pommerschen Kaviar", den sie an ausländische Diplomaten verschenkte, ihren Teil zu der Legende von der Pommerngans beigetragen haben.

Auf Rügen sind die Pommerngänse u.a. auf dem Ökohof Thom in Stönkvitz zu Hause. Wer sich allerdings anschauen möchte, wie sich die elegante "Botschafterin" der Insel im fernen Mecklenburg schlägt, der sollte sich zwischen dem 13. und 16. September 2018 auf die MeLa begeben. Hier erwartet sie ihre Anhänger im Kleintierzelt, wo auch die Züchterinnen und Züchter des Landes Auskunft zu Haltung und Umgang geben.