Mittwoch, 8. August 2018

Staatlich anerkannt: Erholungsort Prora

Aussichtspunkt an der Prorer Wiek mit der Plastik Sportler (Foto: KV Ostseebad Binz)
Prora (PA). Am Freitag, den 17. August 2018, findet um 11.00 Uhr die Übergabe der Anerkennungssurkunde mit dem Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort" für den Binzer Ortsteil Prora durch den Wirtschaftsminister des Landes, Harry Glawe (CDU), statt.

Wie aus einer Pressemitteilung der Kurverwaltung des Ostseebades Binz hervorgeht, soll es dazu einen offiziellen Festakt am Rettungsturm Prora, am Dünenübergang 71, geben. Im Anschluß daran soll zu einem kleinen Imbiss geladen werden.

Prora, dass vor allem durch die Planungen zum "Kdf-Seebad Rügen" und später durch seine militärische Nutzung überregional Bekanntheit erlangte, erfüllt damit nach Ansicht des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Entwicklung fünf Anforderungen, die an einen "Staatlich anerkannten Erholungsort" gem. §4 des Kurort-Gesetzes in unserem Land gestellt werden:

1.) eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage mit lufthygienischen Verhältnissen, die die Erholung unterstützen
2.) einen entsprechenden Ortscharakter sowie die Erhaltung der landschaftlichen Strukturen unter Berücksichtigung des Natur- und Umweltschutzes
3.) für die Erholung geeignete Einrichtungen sowie Lese- und Aufenthaltsräume
4.) Radwege, erschlossenes Wanderwegenetz, Möglichkeiten für Sport und Spiel
5.) Bademöglichkeit; diese muss bewacht sein, wenn die Lage an einem Badegewässer kennzeichnend für den Erholungsort ist

Im Jahre 2016 sorgte das Ostseebad Binz für überregionale Schlagzeilen: Neben dem Streit um ein Hochhaus von 104 Metern Höhe an der Prorer Wiek wurde auch über die Pläne berichtet, für den Binzer Ortsteil Prora eine Anerkennung als "Seebad" zu erzielen. Nach §3 des Kurort-Gesetzes werden derzeit sieben Arten von Kurorten unterschieden, die vom Luftkurort bis zum Heilbad reichen. Der Titel des "Staatlich anerkannten Erholungsort" ermöglicht bereits die Einführung einer Tourismus-Abgabe oder Kurtaxe.

Aber auch in diesem Bereich ist mit erheblichen Veränderungen zu rechnen. Bedingt durch Rückgänge bei den Gästezahlen gab es in diesem Jahr bereits verschiedene Ideen zur Änderung des Kurortgesetzes. So war u.a. eine Erweiterung der Prädikate um die Titel "Anerkannter Tourismusort" oder "Anerkanntes Tourismusgebiet" im Gespräch. Eines der Ziele war es dabei, mehr Geld für touristische Angebote einzunehmen. Dagegen würden Ideen zur Erweiterung der Prädikate durch Titel - wie "Kreideheilbad" - auf regionale Besonderheiten und mehr Qualität und Wertschöpfung setzen. Das zöge allerdings in jedem Falle eine Änderung von Gesetzes - wie dem Kurort-Gesetz bzw. dem Kommunalabgabengesetz - nach sich.