Freitag, 24. August 2018

Zum 130. Todestag: Rudolf Clausius (1822-1888)

Einer der großen Physiker: Rudolf Clausius (1822-1888)
Köslin (PA). „Es gibt keine Zustandsänderung, deren einziges Ergebnis die Übertragung von Wärme von einem Körper niederer auf einen Körper höherer Temperatur ist.“ Wem dieser Satz bekannt vorkommt, den trügt die Erinnerung nicht! Er ist ein Zitat aus dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und wurde von Rudolf Clausius verfasst.

Der pommersche Physiker Rudolf Clausius aus Köslin wuchs als sechtes von 18 Kindern eines Schulrats und Pfarrers auf. Er führte am 24. April 1865 den Begriff der "Entropie" in seinem Vortrag „Ueber verschiedene für die Anwendung bequeme Formen der Hauptgleichungen der mechanischen Wärmetheorie“ ein. Abgeleitet hatte er den Namen für die thermodynamische Zustandsgröße übrigens von dem griechischen Wort für "Wendung" (ἐντροπία). So ließ sich nun auch der begrenzte Wirkungsgrad von Dampfmaschinen erklären. Für Irritationen sorgten dabei allerdings, dass nur ein paar Prozent der thermischen Energie in mechanische Energie umgewandelt wurde.

Doch zurück zu den ersten Lebensjahren des pommerschen Wissenschaftlers: Wie viele unserer Zeitgenossen trieb es auch ihn nach dem Besuch des Stettiner Gymnasiums nach Berlin, wo er ab 1840 u.a. Mathematik und Physik studierte. 1847 promovierte er dann über optische Effekte in der Erdatmosphäre zum Doktor der der Philosophie. Das dies in Halle erfolgte, hatte einen plausiblen Grund. Da er seine Arbeit nicht – wie an der Universität Berlin gefordert – in Latein abfassen wollte, reichte er sie in der Universität an der Saale ein. Nachdem er schließlich Professor für Physik an der Berliner Königlichen Artillerie- und Ingenieurschule geworden war, ging er 1855 an das "Eidgenössisches Polytechnikum", das am 16. Oktober des gleichen Jahres in Zürich eröffnet wurde. Die heute als "Eidgenössische Technische Hochschule Zürich", kurz ETH Zürich, bezeichnete Einrichtung genießt bis heute höchstes internationales Ansehen - auch weil mit ihr alleine 21 Nobelpreisträger - u.a. Wilhelm Conrad Röntgen und Albert Einstein - in Verbindung gebracht werden.

1867 ging Rudolf Clausius dann zunächst nach Würzburg und 1869 schließlich nach Bonn, wo er auf den Tag genau am 24. August 1888, also vor 130 Jahren, verstarb.

In der gesamten Zeit seiner Forschung gelangen dem pommerschen Physiker dabei zwei bedeutende Beiträge zur Thermodynamik. So begründete er zum einen die kinetische Gastheorie (auch "dynamische Gastheorie" genannt), nach welcher sich die Teilchen um so schneller bewegen, je höher die Temperatur des Gases ist. Zum anderen beschrieb er Wärme als Energiefluß. 

Bis heute kann man in zahlreichen Publikationen weltweit etwas zum Werk und Schaffen von Rudolf Clausius lesen. Deutschen "Leitmedien" sollte man dabei allerdings mit gewisser Skepsis entgegen treten. Beispielsweise machte "Zeit Online" aus dem pommerschen Physiker kurzerhand einen Berliner. Wehren kann er sich dagegen nicht mehr, aber wir nutzen diesen Tag der Erinnerung auch um festzustellen, dass dem nicht so ist. Schließlich kamen zahlreiche Theorien, Ideen und Erfindungen von großen Denkern aus dem "Land am Meer", vom Fernsehen (Paul Nipkow) bis zur Chipkarte (Jürgen Dethloff).