Sonntag, 16. September 2018

Dr. Bettina Hoffmann (B'90/Grüne) zum Königsstuhl

Dr. Bettina Hoffmann, die umweltpolitische Sprecherin der B'90/Grünen-Fraktion (Foto: Bundestag / Thomas Koehler)
Berlin (PA). Im Zuge der Debatte um den Königsstuhl wandte sich die umweltpolitische Sprecherin Dr. Bettina Hoffmann der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen an uns. Obgleich sie die Pläne zum Projekt der geplanten Schwebebrücke bisher nur aus der Presse kennt und sich deshalb noch kein abschließendes Urteil erlauben wollte, stellt sie fest:

"Es ist nachvollziehbar, dass touristisch attraktive Orte für die Bürgerinnen und Bürger erschlossen werden sollen und Kommunen daran ein Interesse haben. In Nationalparken und insbesondere Welterbestätten muss dabei allerdings mit großer Sensibilität vorgegangen werden.


Die Kreideküste ist hinsichtlich Natur und Geologie einzigartig und verdient ihren besonderen Schutz. Eingriffe dürfen keinesfalls den Zielen und Vorgaben der Nationalparkverordnung, der FFH-Richtlinie und der Weltnaturerbe-Anerkennung der UNESCO widersprechen. Falls es zur Projektidee „Schwebebrücke“ schon Planungen gibt, müssen diese den Eingriff streng auf Umweltverträglichkeit prüfen und genehmigen lassen. Eine Abfrage bei der UNESCO nach deren Einschätzung ist unbedingt im Vorfeld einzuholen, denn es droht unter Umständen die Aberkennung wie es auch bei andern Projekten vorgekommen ist.

Ein solches Bauwerk wird das Landschaftsbild wesentlich prägen. Hier insbesondere auch von der Seeseite aus. Der malerische Ort, der in vielen Motiven festgehalten ist, würde sich sehr verändern. Es ist verständlich, dass Bürgerinnen und Bürger dazu ihre Meinung kundtun möchten. Ansonsten fehlt die Akzeptanz. Das formale Verfahren des „Bürgerbegehrens“ bietet dazu eine gute Möglichkeit. Im Grunde geht es sogar um mehr, denn durch die UNESCO Anerkennung ist festgestellt, dass es sich um „ein Erbe der Menschheit“ handelt. Es gilt also besonders sorgsam zu sein. Der Schutz der „Alten Buchenwälder Deutschlands“ und der grandiosen Kreideküste hat für mich oberste Priorität."

Dr. Bettina Hoffmann wurde am 18. Januar 1960 in Helboldshausen geboren. Nach einem Biologie-Studium an der Philipps Universität in Marburg, leitete sie bis 1997 ein Labor der Abteilung Mikrobiologie. Anschließend machte sie sich selbständig und war bis 2017 Geschäftsführerin einer Agentur für Planung und Kommunikation im Bereich Umweltbildung, sanfter Tourismus und Regionalentwicklung. Seit ihrem Einzug in den Bundestag über die Landesliste von Bündnis 90 / Die Grünen ist Dr. Bettina Hoffmann umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von B'90/Grünen.