Dienstag, 25. September 2018

Ein Künstler besucht seine Plastik

Friedrich-Walter Beckmann begutachtet seine Plastik in Mukran
Ein Bericht von Norbert Dahms
Das Telefon klingelt, Friedrich-Walter Beckmann ist am Apparat und fragt: "Wo muß ich denn hier reinfahren? Es hat sich alles so geändert seit 1990." Er ist auf der Suche nach dem Standort der Plastik „zwei liegenden Formen“ auf dem Gelände des Fährhafens Sassnitz. 

Wir sind beide vor Ort miteinander verabredet, um uns die Plastik genauer anzuschauen. Herr Beckmann kennt die Plastik bestens, denn jede einzelne Einkerbung auf der Oberfläche des Postaer Sandsteins hat er mit eigenen Handwerkzeugen gehauen. Das spürt man sofort am Händedruck zur Begrüßung. „Da steckt ganz viel Arbeit drin. Aber alleine das Material, der Sandstein ist schon ein kleiner Schatz. Es war mein erster großer Auftrag nach der Wende. Ich bekam ihn von Reinhard Buch und sollte der Ausführende seines Entwurfes sein.“ Er macht einige Fotoaufnahmen um den derzeitigen Zustand der Plastik zu dokumentieren. Diese will er heute noch im Nachgang Reinhard Buch zeigen, den er nach vielen Jahren wieder besuchen wird. Sofort fällt Herrn Beckmann der fehlende Stein auf. Jedoch konnte ich ihn beruhigen. Der Stein liegt direkt neben der Plastik von einem Gestrüpp überwuchert.

Der gegenwärtige Zustand der Plastik wurde dokumentiert
Den Kontakt zu Friedrich-Walter Beckmann und Reinhard Buch hatten wir durch unsere Recherche zu der Plastik herstellen können. Beide können sich eine Umsetzung der Plastik an einen repräsentativeren Ort vorstellen. „Was soll sie hier noch im Fährhafen Sassnitz in Mukran? Hier sieht sie doch niemand? Aber es wird natürlich sehr schwer werden die Verantwortlichen davon zu überzeugen, die Idee aufzugreifen und tatsächlich umzusetzen. Zuerst muß man ihnen klar machen, was sie mit dieser Plastik in ihrem Besitz haben“, so Beckmann.

Das konnte ich Herrn Beckmann leider nur so bestätigen. Denn einen Vorschlag an die Stadt Sassnitz zur Umsetzung der Plastik gibt es bereits seit Frühjahr dieses Jahres. Außer einer kurzen Antwort ist leider noch nichts passiert. Denn Papier ist geduldig. Steine sind es auch.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Spur der Steine" (21. Dezember 2017) 

Der Steinbildhauer Friedrich-Walter Beckmann weilte auf der Insel Rügen wegen der Aufhängung von Tafeln in der Putbusser Schloßkirche, die ursprünglich im Schloß zu Putbus gehangen haben sollen und den Gefallenen des Fürsten-Regimentes gewidmet sind. Friedrich-Walter Beckmann ist seit etwa 40 Jahren in seinem Beruf tätig und ist mit seinem Natursteinbetrieb seit 1990 bei Schwerin ansässig.

Weitere Informationen zu Reinhard Buch und Friedrich-Walter Beckmann




Der Antrag zur Umsetzung war bereits im Frühjahr 2018, doch: Papier ist geduldig. Steine sind es auch...