Freitag, 28. September 2018

Es bleibt dabei: Keine Windräder auf Westrügen!

Windkraftanlage auf dem pommerschen Festland bei Anklam
Gingst (PA). Am Dienstag, den 25. September 2018, fand um 15.00 Uhr eine öffentliche Sitzung der Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern in Greifwald statt. Diese war nur knapp beschlussfähig und konnte deswegen sogar nur verspätet beginnen. Nahezu die Hälfte der Mitglieder glänzte durch Abwesenheit...

Zur öffentliche Sitzung der Verbandsversammlung

„Peinlich!“ findet auch Siegbert Geitz von der Bürgerinitiative in Gingst. Das zeige, wie wenig Verantwortung ein Teil der Politiker für Entscheidungen übernimmt, die das Leben der Bevölkerung einschneidend veränderten.  Positiv ist festzuhalten, dass die Versammlung den anwesenden Bürgerinitiativen die Möglichkeit zu einer öffentlichen Stellungnahme einräumte.

Im neuen Plan sind immerhin sechs Windeignungsgebiete entfallen, darunter auch eines aus Süderholz, dem Wohnort des ehemaligen Landrats Drescher und des Landtagsabgeordneten Dr. Wolfgang Weiss (LINKE). Letzterer gilt als Windkraft-Unterstützer und war am 4. September 2016  auch als Direktkandidat für den 7. Landtags des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf Rügen angetreten.

„Glückwunsch!“, so Sabine Warmbrunn, „aber wir sind optimistisch, auch wir werden am Ende erfolgreich sein!“ Landrat Drescher, zu diesem Zeit noch in seiner Funktion tätig, räumte im Laufe der Versammlung ein, dass weitere Windeignungsgebiete ausgewiesen werden müssten, wenn der entsprechende Druck der Investoren da sei.

Wie geht es weiter?

Wie die Bürgerinitiative aus Gingst in einer Pressemitteilung informierte, wird sie sich auch in das beschlossene vierte Beteiligungsverfahren einbringen und betroffene Bürgerinnen und Bürger bei ihren Einwendungen beraten und unterstützen. So lädt die Bürgerinitiative am Mittwoch, den 17. Oktober, um 19 Uhr zur nächsten Bürgerversammlung in die Gingster Schule ein.

Nachtrag zur aktuellen Entwicklung

Nach Angaben der Bürgerinitiative drehen sich nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) derzeit 29.900 Windräder in Deutschland. Ihr Anteil an der deutschen Stromproduktion beläuft sich auf 18,8 %. Die installierte Leistung der Turbinen beträgt 56.000 Megawatt (MW). Dies entspräche etwa 56 Kohlekraftwerksblöcken. Aus Sicht der Bürgerinitiative hat sich die Windkraft in den letzten zwei Jahrzehnten auf den ersten Blick von einer Nischenlösung zur Stütze der Stromerzeugung entwickelt. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass selbst der Geschäftsführer des Verbandes VGB PowerTech zugibt: „Die tatsächlichen Produktionszahlen belegen, dass die jederzeit verfügbare Windkraftkapazität in Deutschland bei unter einem Prozent der installierten Leistung liegt."

Weitere Informationen zur Gingster Bürgerinitiative F.E.I.N. ohne Windgiganten