Donnerstag, 13. September 2018

Vor 340 Jahren: Landung des Großen Kurfürsten

Landung des Großen Kurfürsten auf Rügen
Neukamp (PA). Vor 340 Jahren: Am 13. / 14. September 1678 landete der Große Kurfürsten, Friedrich Wilhelm, mit etwa 7.000 bis 8.000 Mann unter dem Feldmarschall Derfflinger (1606-1695) im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg (1674–1679) auf der Insel Rügen. Möglich wurde der militärische Vorstoß - lt. Überliefeung - mittels des Einsatzes von 350 Segelschiffen und 150 Ruderbooten.

Nach der geglückten Operation wurden die dort verschanzten Schweden unter Otto Wilhelm von Königsmarck (1639-1688) - zunächst bis zur sogenannte Fährschanze von Altefähr, später bis zur Hansestadt Stralsund - zurückgedrängt und von der Insel und dem pommerschen Festland erfolgreich belagert. Am 12. Oktober 1678 kapitulierte die Festung Stralsund, die ohne jeden Nachschub und Verstärkung geblieben war.

Die Auseinandersetzung fand im Zuge des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges (1674–1679) statt: Nach einer Anlandung von Dänen am 17. September 1677 und einem Gefecht bei Bergen gelang es zunächst den Dänen die Insel zu erobern. Es folgte eine erfolgreiche Rückeroberung seitens der Schweden zu der auch die erfolgreiche Schlacht bei Warksow am 18. Januar 1678 gerechnet wird. Dennoch gab es weitere dänische Einfälle auf Rügen, da die Insel auch von strategischer Bedeutung für die Festung Stralsund war. Zwar stand dannach ab Juli 1678 das brandenburgische Heer für eine erneute Invasion auf dem pommerschen Festland bereit, doch diese verzögerte sich mangels Transportschiffen. Schließlich sammelte sich im September 1678 die Flotte der Brandenburger und der mit ihnen verbündeten Dänen an der Stubber Bank im Greifswalder Bodden, um zwei Operationen - die Landung der Brandenburger im Süden Rügens (schließlich bei Neukamp) und die Landung der Dänen im Norden der Insel (bei Vitt) - durchzuführen. 

In dem Buch "Die Hohenzollern" von Dr. R. Graf Stillfried-Allcántara und Prof. Dr. Bernhard Kugler, dass 1881 dem deutschen Kaiser Wilhelm I. übergeben wurde, heißt es dazu:

"Das Jahr 1678 brachte noch weitere Erfolge. Zuerst landeten die Brandenburger unter dem Schutz ihrer Fregatten auf Rügen und bemächtigten sich in wenigen Tagen der ganzen Insel. Danach rückten sie vor Stralsund und Greifswald, die letzten Orte Pommerns, in denen sich die Schweden behaupteten. Beide fielen nach kurzer Zeit, und besonderen Eindruck machte hierbei, dass Stralsund, an dessen Mauern Wallenstein sich dereinst vergeblich abgemüht hatte, von Friedrich Wilhelm binnen sechzehn Stunden genommen wurde.."

Trotz des Erfolgs und der Kapitulation von Stralsund musste Brandenburg Vorpommern, und damit auch Rügen, wieder an Schweden zurückgeben. So war es im Frieden von Saint-Germain am 29. Juni 1679 festgelegt worden.

Zur Erinnerung an dieses historische Ereignis wurde an der Stelle der Landung am 15. Oktober 1854 (vor der noch gut erhaltenen Schanze) eine der sogenannten Preußensäulen errichtet. Auf der Säule steht die Figur des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Die Entwürfe für die von Friedrich Wilhelm IV. in Auftrag gegebenen Denkmäler stammen vom Architekten Friedrich August Stüler.

Weitere Informationen zu Neukamp
Zeitgenössische Darstellung der Landung im September 1678