Sonntag, 28. Oktober 2018

175. Todestag: Karl Lappe (1773-1843)

Karl Lappe (* 24. April 1773 ; † 28. Oktober 1843) in den "Pommerschen Lebensbildern" Bd. III
Wer sich mit dem Landesteil Pommerns westlich der Oder beschäftigt, kommt an ihm wohl kaum vorbei: Karl Lappe. Der pommersche Dichter, der am 24. April 1773 in Wusterhusen bei Greifswald das Licht der Welt erblickte, hat in Vorpommern vor allem durch seine literarische Wochenzeitschrift "Sundine" Bekanntheit erlangt.
Wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt, ging Lappe, der jüngste Sohn eines Pfarrers, zunächst auf die Wolgaster Stadtschule, wo er auch von Ludwig Gotthard Kosegarten unterrichtet worden sein soll. Später traf er auch an der Greifswalder Universität auf den Rüganer Ernst Moritz Arndt. Beide Begegnungen sollten für ihn nachhaltig sein: Während er bei Kosegarten selbst die Stellung des Hauslehrers einnehmen sollte, verband ihn mit Arndt eine langjährige Freundschaft.

Was ihn aber schon früh bewegte, war die Publikation von Schriften. Schon 1801 wechselte er an das Strasunder Gymnasium und gab ihr ein politisches Magazin heraus. Parallel dazu erschienen auch erste Gedichte von Lappe. Vor allem wandte er sich nun noch stärker Vorpommern zu. Heute wird in diesem Zusammenhang gesagt, dass er nahezu jeden Flecken seiner Heimat gekannt hätte, wobei er sich vor allem der Insel Rügen zuwandte.

Für die Nachwelt verbindet sich mit dem pommerschen Dichter aber vor allem die bereits erwähnte literarische Wochenzeitschrift "Sundine", die er 1827 mit Friedrich von Suckow (Pseudonym: Thorwald) begründete. 

Von Suckow brachte seine publizistische Tätigkeit in Stralsund sogar Ärger ein. Er floh aus Sorge vor einem Prozess im Mai 1833 über Berlin und München bis nach Griechenland. Allerdings kehrte er im Folgejahr heim und wurde von einem Kriegsgericht zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, welche er nach 1834 im Fort Preußen, dass zur Festung Stettin gehörte, antrat. Nach seiner Begnadigung arbeitete von Suckow bis 1844 als Redakteuer für die "Sundine".

Inhaltlich wurde die literarische Wochenzeitschrift "Sundine" diente die Publikation der...

„...Bekämpfung des wachsenden geistigen und leiblichen Elends bei dem größten Theile unserer Mitmenschen durch geistige und sittliche Hebung der bisher vernachlässigten Volksklassen, also durch Belebung ihres Selbstvertrauens und durch Anleitung zu dauernder Selbsthülfe!"

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass einige der Texte von Lappe durch Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Franz Schubert vertont wurden.

Am 28. Oktober 1843 starb Karl Lappe in Stralsund.

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Erinnerung an Rügen

Zum schönen Rügenlande
Steht mir die Sehnsucht hin,
So oft ich an dem Strande
Der Pommerküste bin.
Gleich wünscht' ich Vogelschwingen,
Die durch die Lüfte wehn,
Und möcht' hinüberdringen
Und alles wiedersehn.

Den Rugard zu erklimmen,
Erwacht in mir Begehr.
Des Auges Schiff will schwimmen
Durch unser Inselmeer:
Vom Dornbusch bis zur Oie,
Von Wittow bis Wollin,
Den weiten Ring auf's neue
Mit langem Blick umziehn.

O Wittmund, und o Jasmund,
Wie reich seid ihr geschmückt!
O Pulitz, und o Bulitz,
Wie habt ihr mich entzückt!
Arkona trotzt der Mona,
Die Stubnitz raubt den Glanz
Dir Helgoland, dir Seeland,
Und trägt den Herthakranz.

Um Quoltitz' Opfersteine
Schwebt ein gespenstisch Weh.
Blüh' auf im Abendscheine,
Glanzhügel Hiddensee!
Ist noch kein Lied erklungen,
Das dich, o Putbus, ehrt?
Der Vilm ist unbesungen,
Die Granitz und das Pert.

Der alte Schwan der Lieder,
Erstummt ist sein Gesang.
Doch in sein Grab hinnieder
Steigt jeder neue Klang,
Die Asche froh zu regen. —
Wer Rügens Lob erhebt,
Soll dem ein Blümchen legen,
Der uns mit Ruhm umwebt.

Karl Lappe