Dienstag, 16. Oktober 2018

Neues im Atelier Otto Niemeyer-Holstein

Einblick in das Atelier Niemeyer-Holsteins (Foto: Usedom Tourismus GmbH/Andreas Dumke)
Lüttenort (PA). Hier, an der schmalsten Stelle der Insel Usedom, liegt "Lüttenort". Der Flecken ist zu einem Refugium geworden, in dem sich Kunst und Natur begegnen können. Darauf findet sich heute ein seit 1933 gewachsene Ensemble aus dem Wohnhaus, Atelier und Garten des Künstlers Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) - nicht nur ein Ort der Erinnerung an den Maler, sondern auch ein Ort Wechselnder Ausstellungen und Führungen.
Am 19. Oktober 2018 soll hier aber auch der zweite Teil der Ausstellung „Kunstwerke der Freunde im Nachlass ONH“ eröffnet werden. Nach einleitenden Worten von der Leiterin des Museums Franka Keil um 15.00 Uhr können Besucher die insgesamt rund 40 ausgestellten Gemälde und Grafiken bestaunen. Die Ausstellung wird dann in Lüttenort noch bis zum 7. April 2019 zu sehen sein.
Sie ist das Ergebnis der Freundschaft Otto Niemeyer-Holsteins zu mehr als 200 Künstlern. Einen Teil der Werke bekam er damals übrigens geschenkt, andere hat er getauscht - aber auch gekauft (so konnte er auch junge Kunstschaffende unterstützen). 
Ab der Eröffnung der neuen Ausstellung sind neben den eigenen Werken Otto Niemeyer-Holsteins vor allem die Gemälde und Grafiken seiner Usedomer Freunde in der Sammlung zu sehen. Sie erzählen auch viel über Niemeyer-Holstein selbst und über die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Zur Ausstellung hat der Verein „Freundeskreis Otto Niemeyer-Holstein“ außerdem einen Katalog herausgegeben, in dem Interessierte auf knapp 200 Seiten mehr über die 100 vorgestellten Künstler und ihre Werke erfahren können.
Die neue Galerie und der Garten sind am Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Führungen werden um 11.00,12.00 und 14.00 Uhr angeboten. Für Gruppen ist eine vorheriger Absprache notwendig. 

Von Achim Roscher erschien 2001 das Buch "Otto Niemeyer-Holstein - Lebensbild und Landschaft und Figuren"

Der gebürtige Kieler Otto Niemeyer nahm auf Anraten durch den befreundeten Schriftsteller Werner von der Schulenburg 1917 den Namen Holstein an. Seither ergänzte er seinen Namen entsprechend und signierte die Bilder kurz mit "ONH". 1923 begegnet er Paul Klee und Lyonel Feininger. 1926 ging er nach Berlin und lebte ab 1933 zunächst im Sommer auf Usedom - in "Lüttenort" wie er den Flecken nannte - später (ab 1939) dauerhaft auf der Insel. Künstlerisch wandte er sich dem Expressionismus und der neuen Sachlichkeit zu. Unmittelbaren Eindruck machte auf den als Autodidakten beginnenden Künstler die Begegnung mit Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und Arthur Segal im Tessin, in Ascona aus. Auf der Seite des Ateliers Otto Niemeyer-Holsteins ist zu lesen: "Die Malerei Otto Niemeyer-Holsteins gewann in den fünfziger Jahren eine solche Kraft, dass sie, etwa gleichbedeutend den Werken der Dresdner Rosenhauer, Kretzschmar, Wigand und Glöckner, als ein Grundpfeiler der humanistischen Kunst in der DDR empfunden wurde...." Seit 1958 soll sich Niemeyer-Holstein auch mit Holzschnitten, Radierungen und Lithographien beschäftigt haben.

Weitere Informationen zum Atelier Otto Niemeyer-Holstein