Sonntag, 21. Oktober 2018

Unsere Inselfilme: "Von pommerschen Bauernsöhnen und russischem Karnickeldraht" (2018)

Der Stresower kam 1962 zur PGH Bau Binz und spritzte schon bald Ulrich Müthers Schalen
Ein Gastbeitrag des Rügener Filmarchivs

Rügen. (IF) Seit über 100 Jahren werden Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund gedreht wurden. Wir rufen einige von ihnen wieder in Erinnerung...

Dieses mal geht es um einen Dokumentarfilm: Martin Haase ist gebürtiger Rüganer. Das er nun in diesem Sommer noch einmal vor der Kamera stand, hat einen besonderen Grund, denn: Er ist im Frühjahr 1962 zur PGH Bau Binz gewechselt. Damals war er der 26. der in die Rügensche Firma eintrat.

"Vereidigt" wurde er  damals in der alten Tischlerei. Dies blieb für ihn nicht ohne Folgen.  So zählte er schon bald zu Ulrich Müthers "pommerschen Bauernsöhnen", die mit "russischem Karnickeldraht"  die  Welt   eroberten. Entstanden  sind  dabei  weit  über  50  Hyparschalen.  Sie überspannen heute noch Großgaststätten, Schwimmbäder, Planetarien, Kirchen und Moscheen. Martin Haase? Immer dabei. Und so erzählt er den Zuschauern der neuen Dokumentation "Von  pommerschen Bauernsöhnen und russischem Karnickeldraht", von einer Zeit, als er noch an der Betonspritze stand und gemeinsam mit seinen Kollegen Ulrich Müthers Hyparschalen ganz ohne Schalung spritzte. Dabei ist er nicht verlegen, wenn es um die eine oder andere lustige Annekdote von seiner Zeit im "Spezi"-Bau geht.

Martin Haase weiß noch Interessantes aus seiner Zeit beim Spezi-Bau in Binz zu berichten
Der Film selbst ist nun Ende Oktober 2018 sogar auf einer DVD veröffentlicht worden. Sie heißt "Ulrich Müther - der Landbaumeister von Rügen". Zu sehen sind darauf zum Teil ungewöhnliche Filmaufnahmen. So   beispielsweise   der   Streifen   "Spannweiten"   (1989)   aus   dem   DEFA-Studio   für   Dokumentarfilme. Außerdem ist ein Beitrag der "Aktuellen Kamera" zur Einweihung des Berliner Zeiss-Großplanetariums zu sehen,  aber   auch   ein   fachlich  interessanter   Kurzfilm  zum  Einsatz   von  Spritzbeton   innerhalb  der   DDR- Sendung "Umschau". Und wer genau hinschaut erkennt ihn auch hier: Martin Haase. Zugegeben, die Jahre sind ins Land gegangen, aber seine Erinnerung daran sind ungetrübt.

Kaum  zu  glauben,  was  noch  alles  in  den  Filmarchiven  des  DDR-Fernsehens  zu  seiner einstigen  Firma "geschlummert" hat. Jedenfalls hat er nicht schlecht gestaunt, als die Filmstreifen am 16. September 2018 erstmals  in  digitaler  Form  ihre  Wiederaufführung  im  Sassnitzer  Rügen-Hotel  hatten. Martin  Haase  war dabei  nicht  der einzige aus  der  Firma  Müther, der  den  Weg  in Rügens  Hafenstadt  fand. Mitgenommen haben die ehemaligen Mitstreiter Ulrich Müthers an diesem Tag jedenfalls viele aufgefrische Erinnerungen von ihrem Chef, seinem Wirken und ihrem Einsatz im Binzer Spezialbetonbau.

Seit 28. September 2018 ist die DVD "Ulrich Müther - Der Landbaumeister von Rügen", die vom Studio Hamburg Enterprises produziert wurde, auch im Handel erhältlich.

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Weitere Informationen zu bekannten Schauspielern:
Das Schauspiel-Schloß (1) / Das Schauspiel-Schloß (2) /

Unsere Inselfilme in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung: 
"Pro Patria" (1910) / "Inge Larsen" (1923) / "F.P. 1 antwortet nicht" (1932) / "Lügen auf Rügen" (1932) / "Der Dschungel ruft" (1936) / "Brand im Ozean" (1939) / "Alarm auf Station III" (1939) / "Geheimakte W.B. I. (1941) / "Das Mädchen von Fanö" (1941) / "Opfergang" (1944) / "Schatten über den Inseln" (1952) / "Genesung" (1955)"SAS 181 antwortet nicht" (1958) / "Im Sonderauftrag" (1959)"Hatifa - Abenteuer einer Sklavin" (1960) / "Ein Sommertag macht keine Liebe" (1960) / "Leuchtfeuer über Schnee und Eis" (1963) / "Die Hochzeit von Länneken" (1964) / "Die Reise nach Sundevit" (1966) / "Mitten im kalten Winter" (1968)"Die Heiden von Kummerow" (1968)"Heißer Sommer" (1968) / "Das unsichtbare Visier (1975) / "Suse, liebe Suse" (1975)"Tambari" (1976) / "Hiev up" (1978) / "Vergeltung" (1980) / "Vor meiner Zeit" (2001) / "Der Bernsteinfischer (2005)"Die Männer der Emden" (2014) / "Von pommerschen Bauernsöhnen und russischem Karnickeldraht" (2018) / 

Wir danken für die Unterstützung:
der DEFA-Stiftung, dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA),
dem Rügener Filmarchiv, dem Studio Hamburg, der ARD und dem ZDF