Sonntag, 14. Oktober 2018

Vor 200 Jahren: Kosegarten verstirbt in Greifswald

Ludwig Gotthard Kosegarten (1758-1818)
Heute vor 200 Jahren starb Ludwig Gotthard Kosegarten. Der gebürtige Mecklenburger erblickte am 1. Februar 1758 in Grevesmühlen das Licht der Welt. Der Sohn eines Pastors begann 1775 sein Studium der Theologie an der pommerschen Universität in Greifswald. Bedingt durch sein schmales Budget musste er sich ab 1777 auch als Hauslehrer auf der Insel Rügen verdingen. In dieser Zeit begann er im übrigen auch erste Gedichte zu schreiben. Nachdem er schließlich 1781 sein Examen ablegte, wurde er 1785 sogar Rektor der Wolgaster Knabenschule, wo zu seinen Schülern u.a. der später bekannte pommersche Maler Philipp Otto Runge zählte.

Nach seiner Ordination erhielt er in Altenkrichen auf der Insel Rügen eine Pfarrstelle. Hier, sollte er dann auch   bleibende   Spuren   hinterlassen.   Ein   Eindruck   davon   erhält   man   heute   noch   am   Eingang   zum Altenkirchener Kirchengrund durch eine Ausstellung. Legendär sind dabei vielleicht seine Uferpredigten. Damals, kamen die Fischer, wenn der "Silberling" nahte, nicht in die Kirche. Und so ging Kosegarten zu ihnen nach Vitt und hielt hier unter freiem Himmel seine Predigten ab. Diese waren so erfolgreich, dass 1806 sogar der Bau einer eigenen Kapelle folgte, die vor allem durch seine achteckige Form noch bei den Gästen unserer Tage populär ist und zu den bekanntesten Ausflugszielen zählt. Sie wurde nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels errichtet. Neben dem lange Zeit weiß gekalkten Wänden, ist auch das mit Rohr gedeckte Dach, dessen Spitze mit einem Kreuz besetzt ist, markant.
Bau der Kapelle in Vitt
Nachdem Ludwig Gotthard Kosegarten mit zahlreichen Berichten auch zur Bekanntheit der Insel beitrug, wurde er 1808 auf eigene Bitte nach Greifswald an die pommersche Universität als außerordentlicher Geschichtsprofessor berufen. Später (1816) bekleidete er sogar das Amt eines Dekans der philosophischen Fakultät und ward zwei Mal Rektor.

Ludwig Gotthard Kosegarten soll am Morgen des 26. Oktober 1818 um 4.00 Uhr in der Domstraße 9 von Greifswald verstorben sein. Daran erinnert auch heute noch eine Tafel am Haus seines Ablebens.