Freitag, 23. November 2018

Garz: Politischer Umbruch kündigt sich an

Rathaus Garz: Hier werden die Mehrheitsverhältnisse bei der Kommunalwahl 2019 neu bestimmt werden
Garz (PA). Die Freie Wählergemeinschaft Garz (FWG) hat sich aufgelöst. Wie in der aktuellen Ausgabe des "Garzer Stadtblatts" informiert wurde, gab es bereits am 24. Oktober 2018 den Beschluß, die Arbeit der Wählerinitiative einzustellen.  Mit dem vollzogenen Schritt werden sich auch die politischen Mehrheitsverhältnisse von Garz zur Kommunalwahl 2019 neu ordnen.

Die Wurzeln der "Freie Wählergemeinschaft Garz" (FWG) reichen nach einem Bericht von Sigismund von Schönig - im "Garzer Stadtblatt" (Ausgabe Dezember 2018 / Januar 2019) - bis in den Januar 1990 zurück. Anlässlich eines damals stattfindenden Friedensgebetes im Gemeindesaal der evangelischen Kirche, kam die Idee zur Gründung einer Bürgerinitiative auf. Daraus folgte die Gründung eines Sprecherrates, der sich wöchentlich zu aktuellen Themen beriet. Entstanden war in diesem Zuge nicht nur eine Kandidatenliste für die ersten freien Wahlen sondern auch der damalige SPD-Ortsverein Garz.

Dann, in August 1993, entstand aus der Bürgerinitiative Garz die "Freie Wählergemeinschaft Garz" (FWG). Sie sollte in den Folgejahren zu einer beständigen politischen Kraft werden - wie v. Schöning weiter zu berichten weiß. In seinem Artikel "Aufbruchstimmung und was daraus wurde" machte er zudem in der aktuellen Ausgabe der städtischen Publikation auf die Entwicklung der "Freie Wählergemeinschaft Garz" (FWG) seit dem Jahre 2004 aufmerksam. Ab diesem Zeitpunkt war die Wählerinitive vom Vorsitz durch Gitta Gohla, die später auch zur Bürgermeisterin gewählt wurde, geprägt.

Alleine ein Rückblick auf die Wahlergebnisse der letzten beiden Wahlen 2009 und 2014 zeigt, wie stark die "Freie Wählergemeinschaft Garz" (FWG) die örtliche Politik in der ältesten Stadt der Insel mitbestimmte. So wurde die Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl 2009 die stärkste Kraft in der Garzer Stadtvertretung. Sie deklassierte mit 6 Bürgervertretern klar die etablierten Parteien von CDU (3) über die Linke (1) bis hin zur FDP (1) - die neben einem weiteren Einzelbewerber (Lothar Maaske) die politische Willensbildung mitgestalteten. Gitta Gohla konnte zu diesem Zeitpunkt die mit Abstand meisten Stimmen (644) verzeichnen. Mit der Wahl 2014 verschoben sich jedoch auch die Stimmengewichtungen: Während die "Freie Wählergemeinschaft Garz" (FWG) einen Sitz einbüßte und nun nur noch auf 5 Bürgervertreter in der Stadtvetretung kamen, machte die CDU (4) und die Linke (2) Boden gut. Daneben gab es mit Sebastian Koesli wieder einen Einzelbewerber, der den Einzug schaffte.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Vorfeld der Kommunalwahl 2019 bleibt abzuwarten, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im kommenden Jahr ändern werden. In diesem Zusammenhang dürfte auch die Bürgerinitiative, die sich gegen eine massive Bebauung des Naturcampingplatzes Pritzwald (Zicker) wandte, immer stärker in die Betrachtung rücken. Zu den Mitstreitern der Initiative zählt u.a. die Garzer Stadtvertreterin Eicke Lüth, die bis dahin auch der "Freien Wählergemeinschaft Garz" (FWG) angehörte.