Freitag, 30. November 2018

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Spürnasen

Zum zweiten Mal gab es einen grenzüberschreitenden Workshop

Ein Gastbeitrag von Sandra Ratajczak (Rettungshundestaffel Jasmund-Rügen)

Bereits zum zweiten Mal trafen sich die Rettungshundestaffel Jasmund-Rügen mit ihren Kollegen der Staffel Wolczkowo, GPR OSP Wołczkowo-Zachodniopomorskie Psy Ratownicze zu einem Wochenendworkshop in Polen. 

Vom 23. bis 25. November 2018 wurde, in traumhafter Umgebung bei Ińsko*, bei straffem Zeitplan, gelernt, gefachsimpelt und bei praktischen Übungen, das Wissen umgesetzt.

Während   der   Freitag   noch   der   Anreise,   Begrüßung   und   dem Kennenlernen galt, alle anwesenden Hundeführer und Staffelmitglieder machen diese Arbeit im Ehrenamt, wurde an den beiden folgenden Tagen intensiv gearbeitet.

Es wurde die schnelle Dreierkette vorgestellt. Eine Methode um schnell und effektiv mit drei Personen eine größere Fläche, z.B. im Wald nach vermissten Personen zu durchkämmen. Dies wurde dann auch praktisch, mit Hilfe von GPS- Geräten geübt. Es gab einen, für die Rettungsarbeit sehr wichtigen Vortrag der polnischen Psychologin Kamila Bogulas über Krisenintervention und Stressbewältigung im Einsatz.

GPS-Nacht-Ralley: Es wurde nicht nur gelernt sondern auuch bei praktischen Übungen, das Wissen umgesetzt.
Als nächstes wurden die deutschen und polnischen Prüfungsordnungen und Trainingsmethoden verglichen. Unterstützt wurden die Sassnitzer hier von einem Mitglied der RHS Teamdogs. Rettungshundeteams dürfen in beiden Ländern erst nach bestandener Rettungshundeprüfung an Einsätzen teilnehmen. Polnische Rettungshundestaffeln sind zumeist in den freiwilligen Feuerwehren organisiert, während   die deutschen in   vielen unterschiedlichen Hilfsorganisationen arbeiten, z.B. DRK, Johanniter, THW oder wie die Sassnitzer Staffel im DRV- dem deutschen Rettungshundeverein. 

Hier trafen sich die ehrenamtlichen Hundeführer und Staffelmitglieder zum Austausch
Die noch junge Sassnitzer Staffel verfügt derzeit über drei geprüfte Hunde in der Flächensuche- dem Durchsuchen von z.B. Waldstücken. Die Staffel Wolczkowo verfügt über 20 geprüfte Hunde, sowohl in der Flächen, als auch in der Trümmersuche.

Vor allem für die polnischen Staffelmitglieder war der Vortrag zum Mantrailing, durch die Kollegen der RHS Bergisches Land sehr interessant. Diese Arbeit ist ist in Polen noch recht unbekannt. Mantrailer werden insbesondere in urbanem Gelände, Städten u.s.w. eingesetzt. Die Hunde bekommen eine Geruchsprobe und werden dann am Ort der letzten Sichtung angesetzt um die konkrete Spur, dieser bestimmten Person zu verfolgen. Sie ermöglichen das Eingrenzen des Suchgebietes.

Weiterhin wurde die Wassersuche/ortung, die Suche nach verstorbenen Personen am und im Wasser vorgestellt, welche die RHS Jasmund trainiert. Und schließlich stellten die polnischen Kollegen noch die Arbeit mit Drohnen, mit normaler, Wärmebild- und Zoom- Kamera in der Menschensuche anschaulich und ausführlich vor.

Besonders viel Spass hatten dann alle bei der bestens vorbereiteten GPS-Nacht-Ralley. Der Workshop fand im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen statt. 


Der Workshop fand im Rahmen eines Kooperationsprogramms statt


(Die veröffentlichten Texte, Leserbriefe und Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Fotos sind Teil des Gastbeitrages.)  
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Die Stadt Ińsko (Nörenberg) liegt 40 km östlich von Stargard und liegt im gleichnamigen Kreis Stargard an der ehemaligen Grenze zur Neumark.