Sonntag, 11. November 2018

"Prinzessin" zu Gast

Christel Bodenstein (links) vor der Veranstaltung der Reihe "Treffpunkt Sassnitz"
Sassnitz (SAS). "Einmal Prinzessin immer Prinzessin..." Das ist einer der Sprüche, die auch die DEFA-Schauspielerin Christel Bodenstein begleiten, seit sie mit ihrer Rolle als Prinzessin im DEFA-Klassiker "Das singende klingende Bäumchen" einen generationsübergreifenden Erfolg landete. Dennoch würde eine Reduzierung auf diese Rolle ihr keineswegs gerecht werden, denn sie erfand sich gleich mehrmals in den letzten Jahrzehnten neu.

Dies wurde bereits vor der gestrigen Veranstaltung der Reihe "Treffpunkt Sassnitz" bei einem gemütlichen Treffen im Panorama-Café des Rügen-Hotels klar. Und obgleich das Wetter diesig war und sich kein wirklicher Blick über die Prorer Wiek ergab, ließ man sich dadurch nicht die Stimmung verderben. Christel Bodenstein und Hasso von Lenski wussten viel zu berichten, darüber was sie mit der Insel verbinden. Einige Filmdrehs gehören natürlich auch dazu - wie "Ein Sommertag macht keine Liebe" mit Christel Bodenstein oder "Rottenknechte" mit Hasso von Lenski. So verging auch die Zeit im Vorfeld der Veranstaltung wie im Fluge.

Norbert (links) und Torsten (rechts) vom Verein Kreideheilbad Sassnitz führten durch das Programm
Dann um 14.30 Uhr war es soweit: An die 80 Gäste waren der Einladung ins Rügen-Hotel gefolgt, die wie bereits bei den letzten Veranstaltungen von Mitgliedern des Vereins Kreideheilbad Sassnitz moderiert wurde. Nach der Begrüßung der Gäste und der Danksagung an das Studio Hamburg Enterprises und das Rügen-Hotel wurde mit der Aufführung des DEFA-Streifens "Der kleine Prinz" begonnen. Schnell wurde auch den Erwachsenen klar, dass dieser märchenhafte Film, der mit der Veranstaltung seine Erstaufführung in Sassnitz und auf Rügen feiern durfte, weit mehr bereit hielt.
An die 80 Gäste besuchten die Veranstaltung der Reihe "Treffpunkt Sassnitz"
Inhaltlich ging es zwar um die Reise des kleinen Prinzen - gespielt von Christel Bodenstein - zur Erde aber eben auch darum, was wichtig im Leben ist. Und es geht dabei auch um eine zentrale Botschaft, die als Geheimnis mit dem Prinzen geteilt wird: 

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“  

Zudem der Film auf eine einfache Art Kritik an der Erwachsenenwelt sowie der Konsumgesellschaft übt und offenbart, dass die "großen Leute" sich von Äußerlichkeiten leiten lassen während kulturell gewachsene, zwischenmenschliche Werte verkümmern. Das lässt die Frage aufkommen, warum ein Film, der mit millionenschwerem Aufwand und namhaften Künstlern - neben Christel Bodenstein sind die Schauspieler Eberhard Esche, Inge Keller, Klaus Piontek, Wolfgang Heinz, Horst Schulze, Jürgen Holz und Fred Düren zu sehen - nur einmal im Deutschen Fernsehfunk ausgestrahlt wurde und anschließend in den Archiven verschwand.
Christel Bodenstein (links) mit Brigitte Miesen von Studio Hamburg Enterprises
Diese und weitere Fragen waren im zweiten Teil ein Thema. Dabei ging es zunächst aber darum, wie man Prinzessin wird. Bei Christel Bodenstein war der Weg auf den Thron dann auch mehr als ungewöhnlich, denn entdeckt wurde sie bei einem Urlaub mit Freunden in Ahrenshoop an der Ostsee, wo sie mit Prof. Dr. Kurt Maetzig bekannt gemacht wurde. Christel Bodenstein, die eigentlich eine Tänzerin werden wollte, wurde schon bald zu Probeaufnahmen und später dann für erste Filme unter Vertrag genommen.

Danksagung an die Gäste des Filmnachmittages: Die DEFA-Schauspieler Christel Bodenstein und Hasso von Lenski
Einer von den nun gedrehten Filmstreifen wurde natürlich an der pommerschen Ostsee gedreht. Und auch davon wusste Christel Bodenstein ausführlich zu berichten, wie beispielsweise von den Drehaufnahmen in der Volkswerft. Der Titel?"Ein Sommertag mach keine Liebe" (1961). Auch interessant: Die Rolle als "Der kleine Prinz" war ein Geburtstagsgeschenk ihres damaligen Mannes Konrad Wolf, der bei dem Film die Regie führte.

v.l.n.r.: Christel Bodenstein, Hasso von Lenski, Brigitte Miesen, Torsten Seegert und Norbert Dahms
Und natürlich interessierte das Publikum auch, wie sich Christel Bodenstein neu erfand indem sie in den 70ern dann zu singen begann und dafür sogar das Gitarrenspiel erlernte. Außerdem wurde ihr Schauspielkollege Manfred Krug nicht vergessen, der ihr in vielen Filmen zur Seite stand. Hasso von Lenski unterstützte dann seine Frau als die Frage gestellt wurde, wie er seine "Prinzessin" fand.

Natürlich gab es auch diesmal Autogramme von den Gästen von "Treffpunkt Sassnitz"
Dank des Einsatzes von Brigitte Miesen, der Unterstützung des Rügen-Hotels und des Vereins Kreideheilbad Sassnitz ist auch diese dritte Veranstaltung der Reihe "Treffpunkt Sassnitz" im Jahre 2018 - nach einem Filmnachmittag mit Gojko Mitić und einer Veranstaltung zu Ulrich Müther - zu einem Erfolg geworden. Der Dank geht aber nicht nur an die Veranstalter sondern auch an das Publikum, welches an diesem Samstag sehr sachkundig war und auch für Christel Bodenstein einige Überraschungen parat hatte.